Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Baden-Württemberg kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrig-moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch durch die aktuell trockene Luftmasse und eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von lediglich 2 Prozent weitgehend gebremst wird. Böen von bis zu 45 km/h sind möglich und können örtlich unangenehm werden, stehen aber nicht im Zusammenhang mit einer organisierten Gewitteraktivität. Wer heute Abend draußen ist, muss zwar mit frischen Windböen rechnen, nicht aber mit Blitz, Hagel oder Starkregen.
Der Grund für die ausbleibenden Gewitter liegt in der Kombination aus zu trockener Luft und unzureichender Feuchte in der Atmosphäre. Die Taupunkt-Temperaturdifferenz beträgt heute 8,8 Grad Celsius – ein Wert, der auf eine mäßig trockene Luftmasse hinweist. Erst unterhalb von 7 Grad Celsius wird diese Differenz kritisch, weil die Luft dann feucht genug ist, um aufsteigende Luftpakete weit in die Höhe zu tragen und Gewitterwolken zu speisen. Die relative Luftfeuchte von 63 Prozent unterstützt dieses Bild: ausreichend für Wolkenbildung, aber zu gering für konvektive Entladungen. Zwar sorgen die Böen um 45 km/h für eine gewisse bodennahe Windscherung – also Unterschiede in Windgeschwindigkeit und -richtung auf verschiedenen Höhen –, doch ohne feuchte Luftmassen fehlt der Treibstoff für rotierende Gewittersysteme (sogenannte Mesozyklonen). Kurz gesagt: Die Zutaten für Gewitter sind heute Abend nicht vollständig vorhanden.
In der Nacht auf Dienstag beruhigt sich die Lage weiter. Der Wind lässt deutlich nach, die Böen sinken auf maximal 20 km/h, und die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent. Der Instabilitäts-Index erreicht am Dienstag und Mittwoch den Wert 0 – die Atmosphäre ist damit stabil wie ein Brett. Allerdings kündigt sich eine markante Hitzewelle an: Am Mittwoch werden Höchstwerte von bis zu 35 Grad Celsius erwartet. Die Taupunkt-Differenz steigt dabei auf 11,3 Grad – die Luft wird also noch trockener. Zum Donnerstag hin schrumpft diese Differenz dann auffällig auf 5,3 Grad, was auf eine spürbare Rückfeuchtung der Atmosphäre hindeutet. Kombiniert mit einer möglichen Temperaturobergrenze von ebenfalls 21 Grad und nahezu Windstille deuten diese Signale auf eine zunehmend schwüle, potenziell instabilere Wetterlage hin – ein Entwicklung, die im nächsten Update genau beobachtet werden muss.
Auch wenn heute Abend keine akute Gewittergefahr besteht, lohnt ein Blick auf die kommenden Tage: Die Hitzewelle ab Mittwoch mit 35 Grad und die sich anschließende Rückfeuchtung bis Donnerstag sind klassische Vorboten für spätere Gewitterereignisse. Wer Outdoor-Aktivitäten, Gartenveranstaltungen oder Ausflüge am Wochenende plant, sollte die Wetterentwicklung ab Donnerstag im Auge behalten. Für heute und morgen gilt: Hitze ist das eigentliche Thema. Ausreichend trinken, schattige Aufenthaltsorte aufsuchen und körperliche Anstrengung in die Morgen- und Abendstunden verlegen. Warnsignale für kommende Gewittertage – schnelle Wolkentürme am Nachmittag, plötzlicher Temperatursturz um mehrere Grad innerhalb von Minuten oder ein deutlicher Druckabfall – werden im morgigen Update bewertet.
