Das Wetter in Brandenburg: Hitzespitze bis 38 °C – kein Gewitterrisiko heute Abend

Stand 17:00 Uhr, Sonntag 28. Juni: Brandenburg erlebt heute einen der heißesten Tage des Jahres mit Spitzenwerten bis 38 °C – doch trotz dieser extremen Hitze besteht für die kommenden 6 bis 12 Stunden kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt bei lediglich 2 von 10 und damit klar im stabilen Bereich (Schwelle für relevante Konvektion: ab 3). Vereinzelte Schauer sind rechnerisch zwar nicht völlig ausgeschlossen – die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 4 Prozent mit maximal 0,9 mm –, aber organisierte Gewitter sind für heute Abend und die Nacht zum Montag nicht zu erwarten. Der Wind bleibt mit 17 km/h mäßig, Böen erreichen bis zu 35 km/h und bleiben damit unter der kritischen Schwelle von 40 km/h. Hagelpotenzial besteht heute nicht.

Der Grund für die ausbleibenden Gewitter liegt in einer stabilen Luftmassenstruktur trotz der enormen Bodenwärme: Die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt aktuell 11,1 °C – ein hoher Wert, der anzeigt, dass die bodennahe Luft zwar heiß, aber zu trocken ist, um Feuchtigkeit in ausreichender Menge für konvektive Aufwinde bereitzustellen. Als Faustregel gilt: Erst unterhalb von 7 °C Taupunktdifferenz wird die Atmosphäre feuchtigkeitsgesättigt genug, um aufsteigende Luftpakete bis in höhere, kältere Schichten zu treiben und dort Gewitterzellen zu zünden. Mit 62 Prozent relativer Luftfeuchte ist die Grenze noch nicht überschritten. Auch die Windscherung – also die Änderung von Windstärke und -richtung mit der Höhe, die rotierende Gewitterzellen antreibt – ist bei den aktuellen Windverhältnissen zu gering für Mesozyklonen-Bildung. Die Atmosphäre bleibt gedeckelt.

In der Nacht zum Montag kühlt es auf rund 20 °C ab. Für Montag, den 29. Juni, zeichnet sich eine spürbare Wetterveränderung ab: Die Taupunktdifferenz sinkt auf 5,7 °C – und damit erstmals unter die kritische 7-°C-Marke. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 48 Prozent bei bis zu 4,2 mm, der Instabilitäts-Index klettert auf 3 von 10. Das bedeutet: Die Gewittergefahr wächst auf ein niedrig-moderates Niveau. Vor allem am Montagnachmittag und -abend sind einzelne Schauer und schwache Gewitter möglich, jedoch ohne ausgeprägte Unwettergefahr. Dienstag beruhigt sich die Lage bei sinkender Feuchte und einem Instabilitätsindex von erneut 3 – Restrisiko bleibt gering. Mittwoch bringt bei 21 °C Regen, aber ebenfalls keine konvektive Dynamik.

Für den heutigen Abend gilt trotz des stabilen Wetters: Wer bei der außergewöhnlichen Hitze bis 38 °C im Freien ist, sollte auf klassische Hitzewarnzeichen achten – Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen sind Signale für einen drohenden Hitzschlag. Ausreichend trinken, direkte Sonneneinstrahlung meiden und Aktivitäten in die Abendstunden verlagern. Mit Blick auf Montag empfiehlt es sich, Outdoor-Veranstaltungen und Wassersport-Aktivitäten ab dem frühen Nachmittag im Auge zu behalten: Ein plötzlicher Temperaturabfall um mehrere Grad in kurzer Zeit, rasch aufziehende dunkle Wolken im Westen oder spürbar zunehmende Böen sind dann erste Warnsignale für nahende Schauer oder schwache Gewitter. Bei Blitz und Donner gilt: sofort Schutz in einem festen Gebäude oder einem geschlossenen Fahrzeug suchen, Gewässer und exponierte Freiflächen verlassen.