Das Wetter in Brandenburg: Schwüle Nacht ohne Gewitter – aber Vorsicht bis Mitternacht

Stand 17:05 Uhr: Das Gewitterrisiko für Brandenburg liegt heute Abend auf einem NIEDRIGEN bis MODERATEN Niveau. Der Instabilitäts-Index steht bei 5 von 10 – das bedeutet, es ist konvektives Potenzial vorhanden, aber noch kein akuter Hochrisiko-Bereich. In den nächsten sechs Stunden bis etwa 23:00 Uhr sind vereinzelte Schauer und schwache Gewitter vor allem im Westen und Nordwesten Brandenburgs nicht vollständig auszuschließen, bleiben aber unwahrscheinlich. Der Wind weht aus Nordwest mit 18 km/h, Böen bis 30 km/h sind möglich – unterhalb der kritischen Schwelle für Mesozyklonen-Bildung. Hagel ist heute Nacht kein relevantes Thema. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt laut DWD bei 23 Prozent, bei einem gemessenen Niederschlagswert von knapp 6 mm – sollte es also regnen, fällt das moderat aus.

Warum ist das Risiko überhaupt vorhanden, obwohl der Himmel aktuell ruhig wirkt? Die Antwort liegt in der Feuchte: Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei sehr hohen 89 Prozent, und der sogenannte Taupunkt-Gradient – also die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt nur 3,7 Grad Celsius. Werte unter 7 Grad gelten meteorologisch als Warnsignal, denn sie zeigen an, dass die Atmosphäre bereits stark mit Wasserdampf gesättigt ist. Dieser kondensiert bei geringster Hebung sofort zu Wolken und Niederschlag. Der Instabilitäts-Index von 5 entspricht einem mittleren CAPE-Äquivalent (CAPE = verfügbare potenzielle Energie für aufsteigende Luftmassen) – ausreichend für kurze Schauer, aber nicht für organisierte Gewitterlinien. Die Windscherung – also die Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe – ist mit Böen bis 30 km/h zu schwach, um rotierende Gewitterzellen (Superzellen) zu erzeugen. Ein Druckabfall wurde nicht berichtet, der dynamische Auftrieb bleibt damit begrenzt.

Die Nacht von Samstag auf Sonntag verläuft zunehmend ruhiger: Ab etwa Mitternacht schwächt sich das Restpotenzial deutlich ab. Der Sonntag bringt dann eine markante Wetterberuhigung – die Luftfeuchtigkeit fällt auf 50 Prozent, der Taupunkt-Gradient steigt auf 9,1 Grad, der Instabilitäts-Index sinkt auf 0 von 10. Kein Niederschlag, kein Gewitterrisiko. Montag setzt diesen Trend fort: Bei bis zu 30 Grad, ebenfalls 50 Prozent Feuchte und einem Instabilitäts-Index von 0 bleibt es stabil und sonnig – trotz der Wärme keine konvektive Gefahr. Dienstag präsentiert sich mit einem Taupunkt-Gradienten von 7,2 Grad und einem Instabilitäts-Index von 3 etwas feuchter, bleibt aber nach aktuellem Stand noch trocken. Die Feuchte sollte dann im Blick behalten werden.

Wer heute Abend noch draußen ist – ob beim Grillen, Radfahren oder Wassersport auf märkischen Seen – sollte auf folgende Warnsignale achten: plötzliche Abkühlung um mehr als 3 bis 5 Grad innerhalb weniger Minuten, rasch aufziehende dunkle Quellwolken im Westen oder Nordwesten sowie spürbar zunehmende Böen. Diese Kombination kann auch bei niedrigem Gewitterindex innerhalb von 15 bis 20 Minuten zu lokalen Entladungen führen. Bei Anzeichen sofort Schutz in festen Gebäuden suchen – Zelte, Bäume und offene Gewässer sind bei Blitzgefahr tabu. Wassersportler sollten spätestens bei aufziehendem Wind das Ufer ansteuern. Autofahrten in der Region sind bei den aktuellen Bedingungen unproblematisch, jedoch Sicherheitsabstand bei eventuell nasser Fahrbahn einhalten.