Stand 17:05 Uhr: Für Brandenburg besteht in den kommenden 6 bis 12 Stunden ein moderates Gewitterrisiko – der Instabilitäts-Index liegt heute bei 7 von 10, was klar in den kritischen Bereich fällt. Einzelne Gewitter sind vor allem in der zweiten Abendstunde ab etwa 19:00 Uhr möglich, bevorzugt in der Süd- und Osthälfte Brandenburgs, wo die Erwärmung tagsüber am stärksten war. Der Schwerpunkt der Gewittergefahr liegt bis Mitternacht. Windböen im Normalbetrieb bis 26 km/h sind dabei unproblematisch – im Falle eines Gewitters sind jedoch kurzzeitige Böen deutlich darüber hinaus möglich. Ein Hagelpotenzial ist aufgrund der erhöhten Instabilität nicht vollständig auszuschließen, bleibt aber eher gering.
Die meteorologische Grundlage für das erhöhte Risiko ist eindeutig: Die Luftfeuchtigkeit liegt heute bei 74 Prozent, und der Temperaturgradient zwischen Luft und Taupunkt beträgt nur 6,4 Grad Celsius – beides liegt im Warnschwellen-Bereich. Fachlich gesprochen: Ein kleiner Taupunkt-Spread bedeutet, dass die Luft nah an ihrer Sättigungsgrenze ist und aufsteigende Luftpakete schnell abkühlen, kondensieren und Quellwolken bilden können – das ist der Treibstoff für Gewitterzellen. Der Instabilitäts-Index von 7/10 bestätigt erhebliches konvektives Potenzial, also die Energie, die Gewitterzellen antreibt. Die Windscherung – das ist die Änderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe – bleibt mit Böen bis 26 km/h noch unterhalb der Schwelle für organisierte, rotierende Gewitterzellen (Mesozyklonen), was das Risiko schwerer Unwetter etwas dämpft. Dennoch: Die Kombination aus Feuchte und Instabilität reicht heute klar für lokale Gewitter aus.
In der Nacht zum Mittwoch klingen mögliche Gewitter nach Mitternacht wieder ab, da die Tageserwärmung als wichtigster Antrieb wegfällt. Morgen, Mittwoch den 5. August, sinkt der Instabilitäts-Index auf 5/10 – das ist zwar noch im mittleren Bereich, doch die Luftfeuchtigkeit fällt deutlich auf 50 Prozent, und der Taupunkt-Spread steigt auf 7,7 Grad. Damit trocknet die Luftmasse spürbar ab, die Gewittergefahr geht zurück auf ein niedriges bis mäßiges Niveau. Ab Donnerstag bricht der Instabilitäts-Index auf 0/10 ein – stabile Luft setzt sich durch, kein konvektives Potenzial, Brandenburg bleibt trocken und freundlich. Freitag bleibt mit 3/10 ebenfalls sehr ruhig.
Wer heute Abend draußen ist – ob beim Sport, Grillen oder auf dem Wasser – sollte die Lage im Blick behalten. Typische Warnsignale für ein aufziehendes Gewitter sind: rasantes Aufquellen dunkler Wolken im Westen oder Südwesten, ein plötzlicher Temperaturrückgang um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten sowie eine spürbare Böenzunahme aus wechselnden Richtungen. Wer auf Seen oder Flüssen unterwegs ist, sollte spätestens bei diesen Zeichen sofort das Ufer ansteuern – offene Wasserflächen sind bei Gewitter lebensgefährlich. Autofahrer sollten bei starkem Regen Geschwindigkeit deutlich reduzieren und Abstand erhöhen. Im Freien gilt: Bäume, Strommasten und exponierte Anhöhen meiden, stabile Gebäude oder Fahrzeuge aufsuchen. Aktuelle Unwetterwarnungen sind jederzeit über die DWD-WarnWetter-App abrufbar.
