Stand 17:03 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Nordrhein-Westfalen kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 6 von 10 – das klingt zunächst nach einem mittleren Wert, reicht allein jedoch nicht für organisierte Konvektion aus. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 24 Prozent bei erwarteten 0,4 Millimetern, und die Atmosphäre bleibt heute Nacht weitgehend trocken. Böen bis 39 km/h sind möglich, stellen aber kein Gewitterindiz dar. Das Gewitterrisiko wird für heute Abend und Nacht als NIEDRIG eingestuft.
Warum bleibt es trotz eines Instabilitäts-Index von 6 ruhig? Der entscheidende Faktor ist die Feuchte – genauer: der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt, der sogenannte Taupunkt-Gradient. Mit einem Wert von 5 Grad Celsius heute liegt zwar noch ausreichend Feuchtigkeit in der unteren Atmosphäre vor, doch die relative Luftfeuchte von 69 Prozent erreicht die kritische Schwelle von 70 Prozent nicht. Für die Auslösung von Gewittern braucht es eine Kombination aus Instabilität, hoher Feuchte und einem dynamischen Antrieb – also zum Beispiel ein herannahendes Tiefdrucksystem oder ausgeprägte Windscherung (das Drehen und Zunehmen des Winds mit der Höhe). Keiner dieser Triggermechanismen ist heute Abend in ausreichender Stärke aktiv. Die Böen bleiben knapp unter der kritischen Marke von 40 km/h, ab der in Kombination mit Feuchte mesoskalische Aufwinde – Vorstufe zu Gewitterzellen – entstehen könnten. Die Atmosphäre ist instabil genug, um aufzufallen, aber zu trocken und zu wenig angetrieben, um tatsächlich loszulegen.
Der Blick auf die nächsten 24 bis 48 Stunden zeigt eine deutliche Beruhigung: Am Samstag, dem 12. September, sinkt der Instabilitäts-Index auf 3 von 10, die Niederschlagswahrscheinlichkeit fällt auf magere 8 Prozent, und der Wind lässt mit Böen bis 24 km/h spürbar nach. Die Luftfeuchte geht auf 50 Prozent zurück – damit ist Samstag meteorologisch der stabilste Tag des Wochenendes, Gewitter sind praktisch ausgeschlossen. Am Sonntag dreht die Lage: Ein Regengebiet zieht über NRW hinweg, bringt bis zu 10,4 Millimeter Niederschlag und eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 64 Prozent. Der Taupunkt-Gradient schrumpft auf nur noch 1,8 Grad Celsius – die Luft ist dann nahezu gesättigt. Da der Instabilitäts-Index jedoch bei 3 verbleibt und kein konvektiver Antrieb erkennbar ist, handelt es sich am Sonntag um stratiformen, also flächigen Landregen ohne Gewittercharakter. Zum Wochenstart am Montag beruhigt sich die Lage wieder vollständig.
Auch wenn heute Abend kein Gewitterrisiko besteht, lohnt ein Blick auf die Warnsignale für künftige Lagen: Achten Sie in den kommenden Tagen auf plötzliche Temperaturabfälle von mehr als 5 Grad innerhalb kurzer Zeit, rasch zunehmende Böen aus wechselnden Richtungen sowie eine schnelle Verdunkelung des westlichen Himmels – das sind klassische Vorboten herannahender Gewitterzellen. Für heute Abend gilt: Wer draußen unterwegs ist, sollte lediglich die frischen Böen im Blick behalten. Fahrradfahrer und Motorradfahrer sollten wegen der Böen bis 39 km/h erhöhte Vorsicht walten lassen. Wassersportler auf Talsperren und Seen in NRW können den Abend noch nutzen, sollten aber vor Einbruch der Dunkelheit das Ufer aufgesucht haben – nicht wegen Gewitter, sondern wegen der auffrischenden Winde.
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