Das Wetter in Nordrhein-Westfalen: Stabiles Hoch – kein Gewitterrisiko für Mittwochnacht

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Nordrhein-Westfalen kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitätsindex liegt heute bei lediglich 2 von 10 – das entspricht einem sehr niedrigen konvektiven Potenzial, das für die Entwicklung von Gewittern schlicht nicht ausreicht. Die Temperaturen gehen bis Mitternacht von den heutigen Tageshöchstwerten um 30 Grad kontrolliert zurück, der Wind weht aus Südwest mit Böen bis 42 km/h – ein lebhafter, aber harmloser Sommerwind ohne relevantes Gewitterpotenzial. Niederschlag ist in der Nacht nicht zu erwarten, die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei nur 5 Prozent. Kurz gesagt: Die Nacht wird ruhig.

Warum bleiben Gewitter heute aus? Die entscheidenden meteorologischen Faktoren sprechen eindeutig dagegen. Der Taupunkt-Gradient – also der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt heute 12,1 Grad Celsius. Erst wenn dieser Wert unter 7 Grad fällt, spricht man von einer kritischen Feuchteverteilung in der unteren Atmosphäre, die Konvektion befeuern kann. Mit 12,1 Grad ist die Luft heute relativ trocken, die Luftfeuchte bestätigt das mit 55 Prozent. Auch die Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, die rotierende Gewitterzellen antreiben kann – erreicht trotz der Böen bis 42 km/h keine kritischen Werte, weil die notwendige atmosphärische Instabilität fehlt. Ohne ausreichend Energie in der Atmosphäre gibt es keinen Antrieb für aufsteigende Luftmassen – und ohne diese gibt es keine Gewitter.

Der Donnerstag bringt keine Trendwende, im Gegenteil: Der Instabilitätsindex fällt auf 0 von 10, der Wind beruhigt sich deutlich auf 13 km/h mit Böen bis 28 km/h, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit verbleibt bei marginalen 8 Prozent. NRW liegt am Donnerstag tief im Einflussbereich eines stabilen Hochdruckrückens – ruhigstes Sommerwetter. Erst zum Freitag hin ändert sich die Großwetterlage leicht: Der Taupunkt-Gradient sinkt auf 7,9 Grad und nähert sich damit der kritischen Schwelle, der Instabilitätsindex steigt moderat auf 3 von 10, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit klettert auf 14 Prozent. Das ist noch kein Gewitteralarm, aber ein erster Hinweis, dass am Freitag einzelne Wärmegewitter – vor allem am Nachmittag – nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Am Samstag bleibt der Index bei 3, doch die Temperaturen fallen auf maximal 19 Grad, was die Gewitterneigung trotz des günstigeren Taupunkt-Gradienten von 5,4 Grad begrenzt.

Auch wenn heute Nacht keine Gewittergefahr besteht, lohnt ein Blick auf die generellen Warnsignale für die kommenden Tage – insbesondere im Hinblick auf den Freitag. Achten Sie auf plötzliche Temperaturabfälle um 3 bis 5 Grad innerhalb kurzer Zeit, eine spürbar schwülere Luft sowie rapid aufquellende Cumulonimbus-Wolken am Himmel (dunkelgraue, turmförmig wachsende Wolkentürme). Sollten sich am Freitagnachmittag Gewitter entwickeln, gilt: Outdoor-Aktivitäten und Sport im Freien frühzeitig beenden, Wassersport auf Seen und Flüssen einstellen, sobald sich der Himmel verdunkelt, und Fahrzeuge möglichst in Garagen oder unter Überdachungen parken. Aktualisierte Warnungen des DWD finden Sie jederzeit unter warnwetter.de oder in der WarnWetter-App.