Stand 17:03 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Nordrhein-Westfalen kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 0 von 10 – das bedeutet eine vollständig stabile Atmosphäre ohne konvektives Potenzial. Bis in die Nacht hinein bleibt es trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 8 Prozent. Der Wind weht mäßig aus wechselnden Richtungen mit bis zu 35 km/h in Böen – zu wenig, um in Kombination mit der vorhandenen Feuchte dynamische Effekte auszulösen. Weder Hagel noch Starkregen sind ein Thema.
Die meteorologischen Parameter sprechen heute eine eindeutige Sprache: Der Taupunkt-Gradient – also die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt 11,6 Grad Celsius. Erst unterhalb von 7 Grad Celsius wird die Luft so feucht, dass aufsteigende Luftmassen zuverlässig kondensieren und Gewitterwolken aufbauen können. Mit einer relativen Luftfeuchte von 57 Prozent liegt die Atmosphäre deutlich im unkritischen Bereich. Hinzu kommt, dass kein relevantes Windscherungsprofil erkennbar ist – Windscherung beschreibt die Zunahme der Windgeschwindigkeit oder -richtung mit der Höhe und ist eine Voraussetzung für organisierte, langlebige Gewittersysteme. Ohne diesen Mechanismus und ohne nennenswerte Instabilität fehlt der Atmosphäre schlicht der Antrieb, Gewitter zu entwickeln.
Der Sonntag setzt den ruhigen Trend nahtlos fort: Temperaturen bis 29 Grad, Instabilitäts-Index weiterhin bei 0, Niederschlagswahrscheinlichkeit sogar nur 3 Prozent, und der Taupunkt-Gradient weitet sich auf 12,2 Grad aus – die Luft trocknet also leicht ab. Zum Montag hin klettern die Höchstwerte auf 33 Grad, der Instabilitäts-Index steigt erstmals leicht auf 2 von 10. Das signalisiert eine beginnende, aber noch schwache Labilisierung der Luftmasse. Für klassische Wärmegewitter reicht das Montag noch nicht aus – die Feuchte bleibt mit 50 Prozent und einem Gradienten von 13,1 Grad zu gering. Am Dienstag fällt die Temperaturspreizung auffällig auf: Minimum und Maximum liegen beide bei 25 Grad, was auf eine dichte Bewölkung oder Schwüle hindeutet – bei einem reduzierten Gradienten von 8,8 Grad nähert sich die Situation dem kritischen Bereich, bleibt aber vorerst knapp stabil.
Auch wenn aktuell kein Gewitterrisiko besteht, lohnt ein Blick auf die Warnsignale für die kommenden Tage: Wenn die gefühlte Schwüle zunimmt, der Himmel sich rasch von West oder Südwest her verdunkelt und die Windböen unvermittelt zunehmen, sollte man Schutz aufsuchen – besonders zum Wochenstart hin. Wer Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder längere Touren für Montag oder Dienstag plant, sollte die Warnlagen des DWD im Blick behalten und das Abend-Update am Sonntagabend verfolgen. Für heute Abend und Nacht gilt: Vollständige Entspannung – die Hochdrucklage hält sicher bis in den Sonntagabend.
