Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Schleswig-Holstein kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Freitagabend verläuft bei Temperaturen um 26 Grad überwiegend trocken und ruhig. Der Wind weht mit etwa 16 km/h, vereinzelte Böen bis 24 km/h sind möglich, aber harmlos. Der Instabilitäts-Index liegt bei 5 von 10 – das entspricht einem moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch ohne ausreichende Feuchte in der Höhe und ohne dynamischen Antrieb nicht zur Auslösung kommt. Gewitter sind heute Abend und in der Nacht nicht wahrscheinlich.
Der Grund für die ausbleibenden Gewitter trotz des mittelmäßigen Instabilitätswertes liegt im Zusammenspiel mehrerer dämpfender Faktoren: Zwar ist die relative Luftfeuchte mit 75 Prozent vergleichsweise hoch und der Taupunkt-Gradient beträgt nur 4,9 Grad Celsius – ein Wert, der auf eine feuchte Luftmasse hindeutet –, doch fehlt heute der entscheidende dynamische Auftrieb. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit von lediglich 20 Prozent unterstreicht, dass die Atmosphäre stabil gedeckelt bleibt. Ohne einen markanten Druckfall oder kräftige Windscherung – also die Drehung und Zunahme des Windes mit der Höhe – reicht das vorhandene Potenzial nicht aus, um konvektive Zellen zu organisieren.
Der Blick auf das Wochenende fällt deutlich ungemütlicher aus, allerdings weniger wegen Gewittern als wegen kräftigem Wind. Am Samstag dreht die Lage: Eine Störung bringt Böen bis 52 km/h bei sinkenden Temperaturen auf 15 bis 19 Grad. Der Instabilitäts-Index steigt zwar auf 8 von 10 – ein hoher Wert –, doch die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt bei nur 20 Prozent mit lediglich 0,5 mm erwartetem Regen. Das bedeutet: Trotz hoher atmosphärischer Labilität fehlt der nötige Feuchtenachschub für klassische Gewitterkonvektion. Das Hauptrisiko am Samstag sind stürmische Böen. Am Sonntag kommt dann Regen mit bis zu 5,8 mm und einer Wahrscheinlichkeit von 51 Prozent – bei weiterhin hohem Instabilitätsindex und kräftigen Böen bis 45 km/h. Einzelne eingelagerte Schauer sind möglich, echte Gewittergefahr bleibt aber begrenzt. Montag beruhigt sich die Lage spürbar.
Für den heutigen Abend sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen nötig. Wer jedoch das Wochenende im Freien verbringt – ob beim Sport, auf dem Wasser oder auf Campingplätzen –, sollte die stürmischen Böen ab Samstag ernst nehmen: Böen über 50 km/h können Zelte, Sonnenschirme und lockere Gegenstände zu echten Gefahren werden lassen. Wassersportler und Segler sollten den Samstag besonders im Blick behalten und vor Abfahrt die aktuellen Küstenwarndienste des DWD prüfen. Als Warnsignale für eine sich zuspitzende Lage gelten plötzliche Temperaturabfälle, rasch zunehmende Böen und eine schnelle Verdunkelung des Himmels im Westen – dann gilt: Schutz suchen, nicht abwarten.
