Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden bleibt das Gewitterrisiko in Brandenburg auf einem niedrigen Niveau. Der Instabilitäts-Index liegt bei 3 von 10 – das entspricht gerade der Untergrenze des moderaten Bereichs. Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 46 Prozent und bereits gemessene 3,2 Millimeter Regen zeigen, dass einzelne Schauer und vereinzelte, schwache Gewitter vor allem in der zweiten Abendzeit zwischen 20:00 und 23:00 Uhr nicht ausgeschlossen sind. Besonders die westlichen und südwestlichen Landesteile Brandenburgs sollten die Entwicklung im Blick behalten. Böen bis 28 km/h sind möglich, Hagel ist bei diesen Bedingungen jedoch sehr unwahrscheinlich. Das Gesamtrisiko wird als NIEDRIG eingestuft.
Warum gibt es überhaupt ein Restrisiko? Die Temperatur-Taupunkt-Differenz liegt heute bei 6,2 Grad Celsius – das ist ein meteorologisch relevanter Wert. Liegt dieser Gradient unter 7 Grad, ist die bodennahe Luftmasse feucht genug, dass aufsteigende Luftpakete (Konvektion) zumindest ansatzweise Energie freisetzen können. Die relative Luftfeuchte von 67 Prozent unterstützt diesen Befund. Der Instabilitäts-Index von 3 deutet jedoch darauf hin, dass die Atmosphäre insgesamt nur schwach labilisiert ist – vergleichbar mit einem CAPE-Wert (der Maßzahl für verfügbare Gewitterenergie) im unteren dreistelligen Bereich. Die Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – ist mit Böen von maximal 28 km/h zu gering, um organisierte Gewitterstrukturen oder gar Mesozyklonen (rotierende Gewitterzellen) entstehen zu lassen. Kurzum: Die Zutaten für schwere Unwetter fehlen heute Abend, für einzelne kurze Schauer mit Blitz und Donner reicht es jedoch stellenweise.
In der Nacht lässt die Aktivität voraussichtlich nach. Der Samstag bringt mit einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von nur 8 Prozent, einer auf 50 Prozent gesunkenen Luftfeuchte und einer Temperatur-Taupunkt-Differenz von 6,9 Grad eine deutlich stabilere Lage. Der Wind frischt auf Böen bis 37 km/h auf – jedoch ohne die nötige Feuchte und Instabilität, um konvektive Prozesse anzufachen. Der Sonntag zeigt mit Höchsttemperaturen von nur 20 Grad und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 32 Prozent eine leichte Belebung, bleibt aber ebenfalls auf niedrigem Risikoniveau. Gewitter sind am Wochenende nicht zu erwarten.
Auch wenn das heutige Risiko gering ist, gelten folgende Hinweise: Achten Sie am späten Abend auf eine plötzliche Zunahme der Böen, eine spürbare Abkühlung innerhalb weniger Minuten sowie eine schnell dunkler werdende Wolkenbasis – das sind klassische Vorboten auch schwacher Gewitter. Wer sich im Freien aufhält, etwa beim Grillen, Campen oder auf dem Wasser, sollte eine Rückzugsoption in einem festen Gebäude oder einem vollständig geschlossenen Fahrzeug in Reichweite haben. Wassersportler auf Seen und Flüssen sollten spätestens bei aufziehendem Dunkel das Ufer aufsuchen. Autofahrten auf der Autobahn: Bei plötzlichen Schauern sofort Geschwindigkeit reduzieren, Aquaplaning-Gefahr bei nasser Fahrbahn beachten. Die Lage ist beherrschbar – wer aufmerksam bleibt, ist sicher.
