Stand 17:00 Uhr: Für Thüringen besteht heute Abend ein HOHES Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt mit 8 von 10 im kritischen Bereich – ab etwa 20:00 Uhr sind kräftige Gewitter wahrscheinlich, bevorzugt im Bergland (Thüringer Wald, Rhön) und danach auch in den Tallagen. Die Tageshöchstwerte um 28°C liefern die nötige Energie, während die bereits aktiven Windböen von bis zu 57 km/h auf eine dynamische Wetterlage hinweisen. Neben Starkregen ist auch Hagel nicht ausgeschlossen. Besonders der Zeitraum zwischen 20:00 und 01:00 Uhr sollte kritisch beobachtet werden.
Die meteorologischen Hintergründe machen die Lage eindeutig: Der Instabilitäts-Index von 8/10 entspricht einem hohen konvektiven Potenzial – das bedeutet, die Atmosphäre ist stark aufgeladen und sucht aktiv nach Auslösemechanismen für Gewitter. Die Taupunkt-Temperaturdifferenz liegt bei nur 7,2°C und bewegt sich damit exakt an der kritischen Schwelle: Unterschreitet diese Differenz 7°C, ist die Luft feucht genug, damit sich Gewitterzellen explosionsartig entwickeln können. Die Luftfeuchte von 62 % liefert ausreichend Wasserdampf als Treibstoff. Entscheidend ist zudem die Windscherung: Böen bis 57 km/h bei einem mittleren Wind von 21 km/h erzeugen eine erhebliche Scherung zwischen bodennahen und höheren Luftschichten – das begünstigt organisierte, langlebige Gewitterzellen mit erhöhtem Unwetterpotenzial. Drückt das Tief aus Westen nach Thüringen durch, liefert der dynamische Auftrieb den nötigen Zündfunken.
In der Nacht auf Samstag klingen die Gewitter voraussichtlich nach 02:00 Uhr ab, wenn die Thermik zusammenbricht und der Kaltlufteinfluss die Instabilität abbaut. Der Samstag selbst zeigt sich deutlich ruhiger: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3/10, die Niederschlagswahrscheinlichkeit sinkt auf 26 %, und die Luftfeuchte geht auf 50 % zurück – kein Gewitterpotenzial. Auch der Sonntag bleibt überwiegend stabil, wenngleich der Index bei 5/10 und Böen bis 43 km/h eine latente Labilität erkennen lassen; Schauer sind vereinzelt möglich, klassische Gewitter aber unwahrscheinlich. Der Montag bringt dann vollständige Beruhigung mit kaum Wind und nur 4 % Niederschlagswahrscheinlichkeit.
Wer heute Abend noch draußen ist, sollte folgende Warnsignale ernst nehmen: eine plötzliche Abkühlung um mehrere Grad innerhalb von Minuten, rasch zunehmende Böen aus wechselnden Richtungen sowie eine dramatisch dunkler werdende Wolkenbasis im Westen oder Südwesten – das sind klassische Vorboten einer herannahenden Gewitterzelle. Verlassen Sie Freibäder, Seen und offene Wasserflächen sofort beim ersten Donner, denn Wasser zieht Blitze an. Wanderer und Radfahrer im Thüringer Wald sollten spätestens ab 19:30 Uhr geschützte Unterkunft aufgesucht haben. Autofahrern empfehlen wir, bei Starkregen Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren und bei Sichtweite unter 50 Metern mit Warnblinkanlage anzuhalten – aquaplaning-Gefahr steigt bei Regenmengen wie den prognostizierten 9,4 mm innerhalb kurzer Zeit erheblich.
Aufgrund der Gewitterwahrscheinlichkeit im relevanten Zeitfenster zwischen 20:00 und 01:00 Uhr sind folgende Extremrisiken konkret zu beachten: Starkregen mit lokalen Regenmengen von 15–25 mm in weniger als 30 Minuten kann zu schnell ansteigenden Bächen und Überflutungen in Unterführungen sowie Kellern führen. Hagel mit Korngrößen bis 2 cm ist bei einem Instabilitäts-Index von 8/10 und der vorhandenen Windscherung realistisch – Fahrzeuge und Fensterscheiben können beschädigt werden. Die Blitzschlagrate kann in aktiven Zellen auf mehrere Blitze pro Minute ansteigen; Einzelbäume, Masten und offene Feldflächen sind tabu. Bitte verfolgen Sie aktuelle DWD-Unwetterwarnungen auf der Warn-App NINA und halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
