Nach Ausschreitungen bei Fußballweltmeisterschaftsspielen in Wiesbaden hat die Polizei eindringlich vor gewalttätigen Feierlichkeiten gewarnt. In der Nacht zum Donnerstag kam es nach einem WM-Spiel zu einer großen Fansammlung und einem Autokorso, bei dem mehrfach Knallkörper gezündet wurden. Ein Knallkörper wurde offenbar gezielt in Richtung von Polizeikräften geworfen. Drei Beamte erlitten daraufhin gesundheitliche Beschwerden.
Polizeipräsident Björn Gutzeit vom Polizeipräsidium Westhessen verurteilte den Vorfall scharf: „Bei allem Verständnis für die Freude über sportliche Erfolge der eigenen Mannschaft ist insbesondere in der Nachtzeit besondere Rücksicht zu nehmen. Keinesfalls darf ein Feiern des Ausgangs eines Fußballspiels zu der Gefährdung der Sicherheit und Gesundheit anderer Menschen führen.“ Das Werfen von Knallkörpern bezeichnete er als „gefährlich, rücksichtslos und kann erhebliche Verletzungen verursachen. Ein solches Verhalten ist völlig inakzeptabel.“
Die Polizeidirektion Hochtaunus appelliert an alle Feiernden, sportliche Erfolge friedlich, rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst zu begehen. Die Behörden begleiten Zusammenkünfte und Autokorsos nach WM-Spielen lageangepasst, behalten dabei sowohl die Sicherheit der Feiernden als auch die Belange unbeteiligter Bürger im Blick und verfolgen entsprechende Straftaten konsequent.
Autokorsos unterliegen den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung und sind nicht davon ausgenommen. Sie bringen neben Lärmbelästigung und Verkehrsbeeinträchtigungen insbesondere die Gefahr von Verkehrsunfällen und Personenschäden mit sich – besonders dann, wenn sich Personen aus Fahrzeugen herauslehnen oder auf Fahrzeugen mitfahren. Die Polizei wägt ihre Maßnahmen dem jeweiligen Einzelfall an und berücksichtigt dabei sowohl mögliche Gefährdungen als auch das legitime Bedürfnis, sportliche Erfolge auszudrücken.