Wildpflanzen statt Rasen: Elberfeld soll Grünflächen umstellen

Die Fraktion Die Linke bringt einen Antrag in die Bezirksvertretung Elberfeld ein. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, städtische Grünflächen im Elberfelder Stadtgebiet nach Möglichkeit auf heimische, hitzeresistente Wildpflanzen umzustellen.

Besonders Straßenbegleitgrün, Abstandsgrün, Mittelstreifen und Verkehrsinseln sollen gezielt überprüft werden. Dort sollen lokal angepasste, trockenheitsresistente Pflanzenarten gepflanzt werden. Auch Baumscheiben sollen mit heimischen Wildpflanzen bewachsen werden, soweit das möglich ist.

Begründung: Traditionelle Rasenflächen und gebietsfremde Bodendecker halten sommerliche Hitze- und Dürreperioden schlecht aus. Sie trocknen schnell aus und bieten Insekten wenig Nahrung. Naturnahe Grünflächen dagegen wirken als Klimaschutzmaßnahme. Sie helfen bei Starkregen, mindern Hitzeinseln durch Verdunstung und verbessern die Luftqualität.

Wildpflanzen auf sogenannten Magerstandorten (wie Kreisverkehre oder Fußgängerinseln) brauchen weniger Wasser und weniger Pflege. Das spart auf lange Sicht städtische Ressourcen. Heimische Insekten sind oft auf bestimmte lokale Pflanzenarten angewiesen und finden in solchen Flächen Lebensraum.

Das innerstädtische Straßenbegleitgrün zeigt im Sommer regelmäßig Schäden durch Hitze, obwohl es mit Frühjahrsblühern wie Narzissen und Krokussen dekorativ aussieht. Wildblumen würden länger im Jahr das Stadtbild aufwerten und gleichzeitig Biodiversität fördern. Auch beim Baumbestand: Ein dichter Rasenfilz konkurriert mit den Wurzeln um Wasser und Nährstoffe. Ein naturnaher Wildpflanzensaum würde die Gesundheit und Widerstandskraft der Stadtbäume verbessern.

Die Bezirksvertretung Elberfeld berät den Antrag am 09. September 2026.

Maike Hiller, Politikredaktion NRW