Im Kreis Coesfeld sind Wildunfälle ein großes Problem. 2025 registrierte die Polizei 1540 solcher Unfälle. Zwar liegt diese Zahl unter dem Rekord von 1704 Unfällen im Jahr 2023, aber der Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde Thomas Eder sieht hier noch erheblichen Handlungsbedarf. Im vergangenen Jahr erlitt dabei ein Mensch schwere Verletzungen, fünf weitere wurden leicht verletzt.
Der Schlüsselfaktor zur Vermeidung von Wildunfällen ist nach Eders Überzeugung die Geschwindigkeit. „Nur wer mit angemessener Geschwindigkeit fährt, hat eine Chance, einen Wildunfall zu vermeiden“, sagte der ranghöchste Polizist des Kreises. Dass viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind, zeigte sich bei einer Geschwindigkeitskontrolle am Brink deutlich.
Bei der Messung von 104 Fahrzeugen erhielten 15 Fahrer eine Ordnungswidrigkeitenanzeige, weil sie deutlich zu schnell fuhren. Besonders auffällig: Ein Fahrer wurde mit Tempo 104 gemessen, obwohl nur 70 km/h erlaubt sind. Weitere 89 Personen bekamen ein Verwarngeld. „Die Verkehrsteilnehmer unterschätzen die Geschwindigkeit erheblich“, konstatierte Eder.
Besonders gefährlich ist die aktuelle Situation, weil die Tiere gerade in der Brunft sind. „Im Moment ist es besonders gefährlich, weil die Tiere in der Brunft sind. An der Messstelle ist auch Damwild unterwegs, das durchaus auch 90 Kilo wiegen kann“, warnte Eder. Ein Zusammenstoß mit einem solchen Tier kann erhebliche Folgen haben.
Falls es dennoch zu einem Wildunfall kommt, gibt der Abteilungsleiter konkrete Ratschläge: stark bremsen, das Lenkrad festhalten und nicht ausweichen, um Schlimmeres zu vermeiden. Nach dem Unfall sollten Autofahrer die Unfallstelle absichern und entweder die Polizei oder den Jagdausübungsberechtigten informieren. „Wenn es Verletzte gibt, muss man Erste Hilfe leisten und Rettungskräfte verständigen“, betonte Eder.
Überraschend zeigte sich ein Nebeneffekt der Kontrollaktion am Brink: Mehrere Rehe beobachteten das Treiben aus etwas Entfernung und verzichteten darauf, die Straße zu überqueren. So wirkte die Geschwindigkeitsmessung letztlich auch auf die Wildtiere präventiv.
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