Die AfD ist bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag mit großem Abstand zur stärksten Kraft aufgestiegen. Das zeigen die 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF, die auf Nachwahlbefragungen der Institute Infratest und Forschungsgruppe Wahlen basieren.
Im Durchschnitt erreicht die Partei von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund 44,3 Prozent der Stimmen. Damit liegt sie weit vor der CDU, die es auf 18,5 Prozent bringt. Die Linke folgt mit 9,3 Prozent, während die Grünen auf 8,8 Prozent kommen und die SPD 8,5 Prozent erhält. Beide Parteien ziehen nach derzeitigen Prognosen in den Landtag ein. Die FDP scheitert mit 2,3 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde und bleibt außerhalb des Parlaments.
Besonders spannend bleibt die Situation des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), das mit 4,9 Prozent haarscharf an der Sperrklausel vorbeizuschleifen droht. Nach aktuellem Stand ist völlig unklar, ob es das BSW ins Parlament schafft. Sonstige Parteien erhalten zusammen 3,6 Prozent.
Trotz der dominanten Wahlergebnis für die AfD deutet sich an, dass die Partei im 97-Sitze-Landtag keine eigene Mehrheit erreichen wird. Dies macht Koalitionsverhandlungen mit anderen Parteien zur Regierungsbildung notwendig – ein für Sachsen-Anhalt politisches Neuland.
Autor: dts Nachrichtenagentur