AfD-Parteitag in Erfurt: Massive Proteste am Samstag, Sonntag deutlich ruhiger

via dts Nachrichtenagentur

Die massiven Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt haben sich nach dem Samstag deutlich abgekühlt. Am Sonntagmorgen präsentierte sich die Thüringer Landeshauptstadt an den Orten der Vortags-Demonstrationen menschenleer. Nur zahlreiche Polizeiautos auf dem Domplatz deuteten noch auf die laufende Veranstaltung hin, wie ein dts-Reporter vor Ort beobachtete.

Während am Samstag zwischen 31.000 und 50.000 Protestler zusammengekommen waren, beschränkten sich die angemeldeten Aktionen am Sonntag auf kleinere Veranstaltungen. Der ADFC kündigte eine Fahrraddemo an, die Gruppe „Omas gegen Rechts“ plante ein Kaffeetrinken. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Messegelände, wo der Parteitag stattfindet, waren keine Demonstranten zu sehen.

Die Aufräumarbeiten vom Samstag waren bereits weit vorangeschritten. Protestplakate und weiteres Material der Demonstranten wurden feinsäuberlich in Müllsäcken gesammelt und standen zur Abholung bereit. Die Sicherheitsmaßnahmen bleiben indes in Kraft: Der Tramverkehr in der Innenstadt ist stark eingeschränkt, und auf dem Weg zum Messegelände gibt es weiterhin Kontrollen. Allerdings entstehen für Delegierte und Journalisten keine Wartezeiten mehr.

Am Samstag hatten Aktivisten versucht, den Parteitag durch Blockaden zu verhindern oder zu verzögern. Diese Versuche scheiterten, da die meisten Delegierten bereits in der Nacht zum Messegelände gelangt waren. Großteils verlief der Samstag friedlich, doch es kam zu einigen Ausschreitungen, bei denen die Polizei Pfefferspray einsetzte. Zudem gab es einen Angriff auf mehrere Medienvertreter. Die Polizei registrierte insgesamt mindestens 48 Straftaten und elf Ordnungswidrigkeiten.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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