Anklage gegen Geldabholer: 22-Jähriger soll Betrüger-Netzwerk geleitet haben

(Symbolbild)

Nach der Festnahme eines Geldabholers am 10. Dezember 2025 in Wiesbaden hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den 22-Jährigen aus dem Raum Dormagen erhoben. Die Ermittler werfen dem Mann vor, eine führende Rolle in einer aus dem Ausland operierenden Betrügerbande eingenommen zu haben.

Der Angeschuldigte soll das inländische Netzwerk der Betrüger geleitet und als sogenannter Logistiker weitere Bandenmitglieder angeworben haben. Die Anklage beschuldigt ihn des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs in mehreren Fällen. Bei seiner Festnahme stellten Einsatzkräfte Bargeld in Höhe von rund 245.000 Euro sicher. Seitdem befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.

Die Betrüger arbeiteten nach klassischen Maschen: In einigen Fällen gaben sich Mittäter am Telefon als Polizeibeamte aus und behaupteten, die Vermögenswerte der Angerufenen seien in Gefahr. Sie forderten die Opfer auf, Geld zu übergeben oder auf vermeintlich sichere Konten zu transferieren. In anderen Fällen täuschten die Täter vor, Rechtsanwälte zu sein, und forderten Zahlungen zur angeblichen Abwendung von Zwangsvollstreckungen.

Im Zuge der Ermittlungen unter Federführung der Kriminalpolizei Wiesbaden konnten der Gruppierung bundesweit weitere Taten zugeordnet werden. Geschädigte lebten in Neuss, Köln, München, Gera, Coburg, Neukirchen im Erzgebirge, Bonn und Nordhorn. Insgesamt soll die Gruppierung zwischen Juni und Dezember 2025 Vermögenswerte in Höhe von rund 680.000 Euro erlangt haben.

Darüber hinaus wird dem 22-Jährigen zur Last gelegt, sich im vergangenen Jahr mit weiteren Mittätern zu einem Wohnungseinbruchsdiebstahl sowie einem Mord in Köln verabredet zu haben. Zur Ausführung dieser geplanten Taten kam es letztlich nicht. Weitere Informationen dazu teilt die Staatsanwaltschaft Wiesbaden mit.

Die Polizei warnt eindringlich: Echte Polizeibeamte, Staatsanwaltschaften oder andere Behörden fordern niemals dazu auf, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben oder auf vermeintlich sichere Konten zu überweisen. Wer sich am Telefon unter Druck gesetzt fühlt, sollte auflegen und die Polizei über den Notruf 110 verständigen.

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