Bad Arolsen: Polizei spricht mit Schülern über Gewalt gegen Einsatzkräfte

Von links nach rechts: Martin Berbig, Elke Weber, Annika Heuschneider, Ilona Niemann und Niklas Nellenschulte stellen sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler

Etwa 100 Schülerinnen und Schüler der Kaulbachschule Bad Arolsen haben sich am 11. Juni mit Polizisten über Gewalt gegen Einsatzkräfte auseinandergesetzt. Die Dialogveranstaltung fand bereits zum zweiten Mal statt und wurde im großen Saal des Bürgerhauses Bad Arolsen durchgeführt – in Kooperation mit dem Präventionsrat der Stadt.

Den Anfang machte ein Impulsvortrag des Leiters der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, Polizeioberrat Martin Berbig. Er zeigte den Schülern aus den Jahrgängen 7 und 9 Videoaufnahmen von echten Polizeieinsätzen, in denen sich Polizisten aggressiven Bürgern gegenübersahen – darunter auch Situationen, in denen Polizisten ihre Waffen einsetzen mussten. „Man kann nicht immer erkennen, ob es sich um eine echte Waffe oder eine Spielzeugpistole handelt. Im äußersten Notfall müssen die Kollegen schießen, um sich selbst zu schützen“, erklärte Berbig. Auch zum Thema Messer sprach er deutlich an: „Messer stellen immer für alle Beteiligten, wie auch für die Polizei, eine große Gefahr dar. Das kann im schlimmsten Fall mit einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei enden.“

Die Schüler kamen gut vorbereitet. Sie hatten sich vorab mit dem Thema „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ beschäftigt und zahlreiche Fragen an die Polizisten mitgebracht: „Was war Ihr gefährlichster Einsatz?“, „Welcher Form von Gewalt sind Polizisten am häufigsten ausgesetzt?“ und „Wie reagieren Sie, wenn Sie provoziert werden?“ waren nur einige davon. Auch kritische Fragen zur Rechtmäßigkeit polizeilicher Maßnahmen und zu Konsequenzen bei Fehlverhalten kamen auf den Tisch.

Die Jugendkoordinatorin der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, Annika Heuschneider, antwortete etwa so: „Polizisten handeln nach Recht und Gesetz. Wir sind dazu da, die Bürger zu schützen und führen unsere Maßnahmen nicht durch, um jemanden zu ärgern. Deshalb erwarten wir von unserem Gegenüber, mit Respekt behandelt zu werden.“

Neben Heuschneider stellten sich auch ein Streifendienst-Team aus Bad Arolsen – Ilona Niemann und Niklas Nellenschulte – sowie die beiden Schutzfrauen vor Ort, Elke Weber und Diana Manthey, den Fragen. „Beleidigungen begegnen uns häufig. Manche Menschen wollen nicht, dass die Polizei sich einmischt. Da kann es auch schon einmal handgreiflich werden. Es passiert, dass Kollegen verletzt werden, meist zum Glück nur leicht“, berichtete Nellenschulte.

Nach der Fragerunde durften die Schülerinnen und Schüler die Ausrüstung der Polizei anschauen und anlegen. Dabei entstanden weitere Fragen: „Wann braucht man so eine schwere Weste?“ oder „Wie ist es, bei einer Demo zu sein und so etwas zu tragen?“

Die Veranstaltung war Teil der hessischen Veranstaltungsreihe „Cops im Dialog – Polizei und Schulen im Austausch“, die die Landesregierung als Teil ihres Respekt-Pakets ins Leben gerufen hat. Dieses Paket umfasst Maßnahmen zur Bekämpfung der zunehmenden Gewalt gegen Einsatzkräfte. Die Dialogformate sollen jungen Menschen die Arbeit der Polizei näherbringen und für das Thema Gewalt gegen Einsatzkräfte sensibilisieren – unter dem Motto: „Einsatz verdient Respekt!“

» Weitere Polizeimeldungen aus Hessen