BGH verhandelt über Rückzahlung von Online-Glücksspiel-Verlusten

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Der Bundesgerichtshof befasst sich am 17. September 2026 mit einer grundsätzlichen Frage: Kann ein Spieler sein Geld von einem illegalen Online-Casino zurückfordern, wenn er von außerhalb Deutschlands dort gespielt hat?

Ein Kläger aus Bayern verlangt von einer maltesischen Glücksspielanbieterin die Rückzahlung von rund 32.383 Euro. Diese Summe hatte er zwischen Januar 2014 und Anfang 2021 bei Online-Glücksspielen auf der Website der Beklagten verloren. Das Besondere: Die Anbieterin hatte während dieses gesamten Zeitraums keine Lizenz für Online-Glücksspiele in Deutschland. Das bedeutet, sie bot ihre Dienste illegal an.

Das Landgericht gab dem Kläger bereits recht und verdammte die maltesische Anbieterin zur Rückzahlung. Nun geht der Fall vor den I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs – das höchste deutsche Gericht für solche Streitigkeiten. Die zentrale Frage lautet: Kann ein Spieler Verluste zurückfordern, wenn er nicht von Deutschland aus, sondern vom Ausland an dem illegalen Spiel teilgenommen hat?

Dieser Fall ist juristisch komplex. Das deutsche Glücksspielrecht schützt Spieler vor illegalen Anbietern, die in Deutschland tätig sind oder sich an deutsche Spieler wenden. Doch was passiert, wenn der Spieler selbst im Ausland sitzt? Gelten dann dieselben Schutzregeln?

Der Sachverhalt zeigt ein verbreitetes Problem: Viele Online-Casinos mit Sitz auf Malta oder Gibraltar werben im deutschsprachigen Raum an, ohne dafür lizenziert zu sein. Sie nutzen das Internet, um geografische Grenzen zu überwinden. Spieler können leicht auf solche Seiten zugreifen – egal, wo sie sich gerade aufhalten. Verlieren sie Geld, stellt sich die Frage: Wer haftet?

Das Landgericht hat offensichtlich entschieden, dass der Ort des Spielens weniger wichtig ist als die Illegalität des Angebots. Wenn ein Anbieter in Deutschland nicht lizenziert ist, kann er sich nach dieser Lesart nicht auf den Auslandsaufenthalt des Spielers berufen, um sich seiner Haftung zu entziehen.

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs wird bundesweit Auswirkungen haben. Tausende deutsche Spieler haben über die Jahre Geld bei illegalen Online-Casinos verloren. Ein Urteil zugunsten des Klägers könnte diesen Spielern einen Anspruch auf Rückzahlung verschaffen – unabhängig davon, von wo aus sie gespielt haben. Ein Urteil zugunsten der Beklagten könnte dagegen die Rechtsposition dieser Spieler schwächen.

Die Verhandlung findet am 17. September 2026 um 11:00 Uhr statt. Das Verfahren trägt die Nummer I ZR 78/25. Es ist eine sogenannte Revision, das bedeutet: Das Landgericht hat bereits entschieden, jetzt überprüft das höchste Gericht, ob das Urteil rechtlich korrekt ist.

Interessant ist auch die internationale Komponente: Wie können deutsche Gerichte einer maltesischen Anbieterin Zahlungen aufzwingen? Hier spielen Fragen des internationalen Privatrechts eine Rolle – also wie Gerichte verschiedener Länder zusammenarbeiten, wenn es um Ansprüche über Grenzen hinweg geht.

Der Bundesgerichtshof (BGH) ist das höchste deutsche Gericht für Zivil- und Strafsachen und sitzt in Karlsruhe. Seine Urteile und Beschlüsse sind für alle untergeordneten Gerichte in Deutschland bindend.

(Gerhard Schmidt, Justizredaktion Karlsruhe)

Aktenzeichen: I ZR 78/25

Quelle: Pressemitteilung BGH

(Gerhard Schmidt, Justizredaktion Karlsruhe)

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