Am Dienstag hat sich beim Besuch von Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew im Bundeskanzleramt eine ungewöhnliche Sicherheitssituation abgespielt. Alijews mitgebrachte Sicherheitskräfte traten dabei als Journalisten auf, während ein kritischer Journalist von deutschen Sicherheitskräften überwacht werden musste.
Nach Ende der gemeinsamen Pressekonferenz von Alijew und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) versuchte einer der getarnten Sicherheitsleute offenbar, sich auf unkonventionellem Weg wieder den offiziellen Sicherheitskräften anzuschließen. Deutsche Sicherheitskräfte riefen dabei laut einem Reporter der dts Nachrichtenagentur: „Der rennt hintenrum“. Später kam es zu Aufregung im Hof des Bundeskanzleramts.
Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer spielte die Vorfälle am Mittwoch herunter. „Tumultartige Szenen kann ich nicht bestätigen“, sagte Meyer. Er bestätigte jedoch: „Nach Abschluss der Pressekonferenz des Bundeskanzlers mit dem aserbaidschanischen Präsidenten gab es am Rande eine kurze Diskussion zwischen deutschen und aserbaidschanischen Sicherheitskräften, über welche Wege das Kanzleramt zu verlassen sei.“ Der Grund war laut Meyer, dass einige aserbaidschanische Sicherheitskräfte „nicht unmittelbar als solche erkennbar gewesen sind“. Die Situation habe sich dann „zügig geklärt“.
Ein weiteres ungewöhnliches Detail: Im Publikum der Pressekonferenz saß ein offensichtlich Alijew-kritischer Journalist, der mehrfach dazwischenrief und eine Frage stellen wollte, aber nicht zum Zuge kam. Nach Informationen der dts Nachrichtenagentur wurde der Mann regelrecht bewacht von deutschen Sicherheitskräften. Ein BKA-Beamter soll direkt neben ihm gesessen haben. Als sich der Journalist später beschwerte, dass er keine Frage stellen durfte, soll ein deutscher Sicherheitsbeamter auf Englisch zu ihm gesagt haben, das sei auch „besser so“ gewesen. Dies sei im Sinne seiner „Sicherheit“, da „hier was hätte passieren können“.
Autor: dts Nachrichtenagentur