Bodenfeuchte Bayern: Schwere Dürre dominiert flächig

[Trockenheit]

Die aktuelle UFZ-Dürrekarte vom 31. Juli 2026 zeigt Bayern in einer angespannten Bodenfeuchte-Situation. Rote und dunkelrote Färbung prägt das Bild: Schwere bis extreme Dürre betreffen große Teile des Freistaates. Nur der Norden und Nordwesten zeigen orange gefärbte Bereiche (moderate Dürre) sowie kleinflächig hellgelbe Zonen (ungewöhnlich trocken). Der UFZ-Dürrenmonitor, der wöchentlich aktualisiert wird, bildet die Bodenfeuchte des Gesamtbodens bis 1,80 Meter Tiefe als 14-Tage-Gleitendes Mittel ab.

Aktuelle Dürrekarte Bayern (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Bayern (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Osten am stärksten belastet

Das Bild ist räumlich deutlich differenziert. Oberbayern, Niederbayern und die östlichen Regionen Bayerns sind mit dunkelroter Färbung (extreme Dürre) dominierend erfasst – diese Klasse tritt statistisch alle 30 Jahre auf. Die südlichen und zentralen Landesteile zeigen überwiegend rote Färbung (schwere Dürre, alle 20 Jahre). Der Norden – besonders die Bereiche um Franconia und Oberfranken – bleibt mit Orange und vereinzelten hellgelben Flecken deutlich weniger trocken. Grüne oder blaue Bereiche, die auf normale bis feuchte Verhältnisse hinweisen, sind auf der Karte nicht erkennbar.

Wettermuster verstärkt Bodendefizit weiter

Die Wetterdaten der vergangenen sieben Tage zeigen ein verschärfendes Muster: Mit nur 7,1 Millimetern Niederschlag im Durchschnitt blieben die Regenfälle deutlich unter dem klimatologischen Normalwert. Gleichzeitig herrschten mit einer Durchschnittstemperatur von 23,4 Grad Celsius und Spitzenwerten bis 35,6 Grad Celsius warm bis heißer Bedingungen vor. Da die UFZ-Karte die träge Reaktion des Gesamtbodens auf 1,80 Meter Tiefe abbil­det, wirken sich diese kurzfristigen Niederschlagsdefizite zeitverzögert aus – der Oberboden kann kurzfristig von gelegentlichen Regen­ereignissen profitieren, der Tiefenboden aber nicht. Die kommenden drei Tage bringen keine Entlastung: Null Millimeter Niederschlag sind prognostiziert, bei Höchsttemperaturen um 35,4 Grad Celsius.

Konsequenzen für Landwirtschaft und Waldökosysteme

Schwere und extreme Dürre in dieser Ausdehnung beeinflussen die Verfügbarkeit von Bodenwasser für Pflanzen nachhaltig. In den betroffenen Regionen – insbesondere Süd- und Ostbayern – sinkt die Verfügbarkeit pflanzenverfügbaren Wassers deutlich ab. Die Landwirtschaft muss mit Ertragseinbußen bei Sommerfrüchten rechnen, sofern keine zusätzliche Bewässerung möglich ist. Auch Waldökosysteme geraten unter Druck: Tiefe Bodenfeuchtedefizite schwächen die Abwehrkraft von Bäumen gegen Schädlinge und Sekundärinfektionen. Die kommende Niederschlagsprognose bis Ende August wird entscheidend sein, ob eine Entspannung eintritt.

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