Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 22. Juli 2026 zeigt fuer Berlin ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Ueberwiegend praegen die Klassen „moderate Duerre“ (orange) und „schwere Duerre“ (rot) das Bundesland. Nur kleine Flaechen im Nordwesten und Suedwesten weisen hellgelbe Bereiche auf, die auf „ungewoehnlich trocken“ hindeuten. Feuchte Bodenverhaeltnisse sind auf der Karte kaum sichtbar.

Osten und Mitte mit schwerer Dürre belastet
Die Osthaelfte Berlins zeigt flaechigerweise rote Toene, die fuer „schwere Duerre“ (Wiederkehrintervall etwa 20 Jahre) stehen. In der zentralen Region um die Spree treten zudem dunkler getoente rote und einzelne dunkelrot gefaerbte Pixel auf, die auf „extreme Duerre“ (etwa 30 Jahre Wiederkehr) hindeuten. Der Nordosten und Teile des Suedostens sind ebenfalls deutlich betroffen. Im Gegensatz dazu bleibt der Westen und der extreme Nordwesten mit orange gefaerbten Flaechen vergleichsweise weniger ausgepragt trocken, wobei „moderate Duerre“ auch dort die dominante Kategorie ist.
Niederschlag der letzten Woche reicht nicht aus
In den vergangenen sieben Tagen registrierte Berlin durchschnittlich 22,9 Millimeter Niederschlag bei einer Durchschnittstemperatur von 17,4 Grad Celsius. Diese Regenmenge hat vor allem den Oberboden befeuchtet. Der Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe reagiert jedoch traege auf solche kurzfristigen Niederschlaege. Da es sich bei der UFZ-Karte um ein 14-Tage-gleitendes Mittel handelt, schlagen sich die juengsten Regenfaelle darin noch nicht vollstaendig nieder. Die kommenden drei Tage bringen mit erwarteten 5,7 Millimetern weitere Niederschlaege, reichen aber zur Erholung der tieferen Bodenschichten derzeit nicht aus. Die Hoechsttemperaturen um 27 Grad verstaerken die Verdunstung zusaetzlich.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Die Klassen „schwere Duerre“ und „moderate Duerre“ in dieser Flaechenverteilung bedeuten, dass die pflanzenverfuegbare Wasserkapazitaet des Bodens im Gesamtprofil deutlich vermindert ist. Fuer Landwirtschaftsflaechen ist dies eine relevante Situation, die Bewaesserungsplanung erfordert. Das Grundwasser, das traege auf Trockenperioden reagiert, wird durch die persistente Trockenheit in der ungesaettigten Zone zusaetzlich belastet. Oberflaechen- und Grenzfluesse koennen mit sinkendem Wasserdargebot rechnen. Eine nachhaltige Entspannung setzt groessere Niederschlagsereignisse oder einen Wechsel zu konsistent feuchteren Bedingungen voraus.
Die Daten stammen vom UFZ-Duerremonitor des Helmholtz-Zentrums fuer Umweltforschung, das die Bodenfeuchte woechentlich aktualisiert. Der Soil Moisture Index (SMI) ist eine etablierte Groesse zur Beurteilung des langfristigen Bodenwasserhaushalts.
Mehr zum Wetter und den Folgen:
