Bodenfeuchte Deutschland: Süden in schwerer Dürre, Norden deutlich feuchter

[Trockenheit]

Der aktuelle UFZ-Duerremonitor zeigt für Deutschland ein stark differenziertes Bild: Während der Süden und die Mitte von schwerer bis extremer Dürre geprägt sind, verzeichnet der Norden überwiegend moderate bis ungewöhnliche Trockenheit. Die Karte vom 7. August 2026 stellt ein 14-Tage-Mittel des Bodenfeuchteindex (SMI) für den Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe dar und wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süddeutschland dominiert von dunkelroten Flächen

Bayern, Baden-Württemberg und Teile von Rheinland-Pfalz sind überwiegend in extreme Dürre (dunkelrot, Klasse 4) eingestuft. Großflächig zeigen sich auch rote Flächen (schwere Dürre, Klasse 3). Diese Regionen weisen damit Bodenfeuchte-Defizite auf, wie sie statistisch etwa alle 20 bis 30 Jahre auftreten. Der Südosten ist am stärksten betroffen. Nördlich angrenzend folgen große Flächen in Orange (moderate Dürre, Klasse 2), die sich über Hessen, Teile Thüringens und Sachsens erstrecken. Der Norden Deutschlands zeigt ein heterogeneres Muster: Während Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen überwiegend Hellgelb (ungewöhnlich trocken, Klasse 1) oder Orange aufweisen, sind in Mecklenburg-Vorpommern auch noch vereinzelt grüne bis blaugrüne Flächen sichtbar, die auf normale bis leicht feuchte Bodenverhaltnisse hindeuten.

Aktuelles Wetter verstärkt Trockenheit im Süden

Die letzten sieben Tage brachten deutschlandweit nur 8,5 Millimeter Niederschlag im Mittel. Besonders kritisch ist die Bilanz in Rheinland-Pfalz (0 mm), Sachsen (0,2 mm) und Saarland (0,2 mm). Bayern profitierte mit 31,2 Millimetern von besseren Niederschlagsbedingungen, doch auch diese Menge reicht nicht aus, um den Defizit des Gesamtbodens zu beheben, da dieser träge auf kurzfristige Niederschläge reagiert. Die Vorhersage für die nächsten drei Tage verspricht kaum Besserung: bundesweit werden nur 0,3 Millimeter erwartet. Lediglich Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sollen mit 2,5 beziehungsweise 1,6 Millimetern rechnen. Die aktuellen Temperaturen (Durchschnitt 21,6 Grad Celsius) und trockene Bedingungen beschleunigen die Verdunstung zusätzlich.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Wasserressourcen

Für die Landwirtschaft bedeutet schwere bis extreme Dürre in dieser Größenordnung spürbare Ertragseinbußen, insbesondere bei Sommerfrüchten und Weideland im Süden. Die Forstwirtschaft muss mit erhöhtem Trockenstress rechnen, der das Waldbrandrisiko verschärft. Grundwasserbestände in den betroffenen Regionen zeigen damit strukturelle Entspannungspotenziale erst nach ergiebigen Niederschlagsperioden. Der Norden profitiert derzeit von einer weniger angespannten Situation, bleibt aber in die Beobachtung zu nehmen. Die tragende Aussage der Karte ist klar: Ein Süd-Nord-Gefälle zeichnet sich ab, mit kritischen Verhältnissen südlich der Mainlinie.

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