Bodenfeuchte Deutschland: Süden in extremer Trockenheit, Norden deutlich feuchter

Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt ein stark gespaltenes Bild: Während der Süden und die Mitte Deutschlands von schwerer bis extremer Trockenheit geprägt sind, verfügt der Norden über deutlich bessere Bodenfeuchte. Etwa 65 Prozent der Landesfläche weisen Trockenheit auf, etwa 35 Prozent liegen im normalen bis feuchten Bereich.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden und Mitte am stärksten betroffen

Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind von schwerer bis extremer Trockenheit bis in eine Tiefe von 1,80 Metern geprägt. Etwa 80 Prozent dieser Bundesländer zeigen rote oder dunkelrote Färbung auf der Karte – das entspricht schwerer oder extremer Dürre. In Hessen und Sachsen-Anhalt setzt sich das Muster fort, mit Rot als dominierendem Trockenheitsgrad. Sachsen und Thüringen weisen eine Mischung aus orange und rot auf, mit schwerpunktmäßig schwerer Trockenheit. Der Westen, besonders Nordrhein-Westfalen, zeigt ein gemischtes Bild mit orange bis rot, allerdings mit größeren Flecken normaler Bodenfeuchte im Norden des Bundeslandes. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind deutlich besser gestellt und liegen überwiegend im gelben bis grünen Bereich.

Niederschlag der vergangenen Tage verstärkt die Trockenheit nicht

In der vergangenen Woche fiel im Landesdurchschnitt nur 19,5 Millimeter Regen – deutlich unter dem saisonalen Normalwert. Regional zeigt sich eine extreme Spreizung: Bayern erhielt nur 4,9 Millimeter in sieben Tagen, Sachsen-Anhalt 5,5 Millimeter. Schleswig-Holstein hingegen verzeichnete 70,9 Millimeter – eine Ausnahme, die den Norden stabilisiert. Für den Boden in der Tiefe bedeutet dies: Der anhaltend trockene Süden und die Mitte erhalten keine Erleichterung. Der Oberboden mag sich punktuell durch einzelne Niederschläge erholt haben, aber die tieferen Schichten reagieren träge und zeigen weiterhin erhebliches Wasserdefizit.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Für die Landwirtschaft bedeutet die extreme Trockenheit im Süden Ertragsverluste bei Herbstkulturen und erschwerte Bedingungen für die Herbstaussaat. Im Norden ist die Situation entspannter. Die Grundwasserstände im Süden und in der Mitte dürften sich angesichts der anhaltenden Defizite nur langsam erholen. Forst- und Waldwirtschaft in Bayern und Baden-Württemberg verbleibt unter Druck.

Aussichten für Niederschlag – minimal erwartet

In den kommenden drei Tagen wird bundesweit nur 1,2 Millimeter Niederschlag erwartet – eine Menge, die für eine Entspannung der Bodentrockenheit vollkommen unzureichend ist. Der Süden bleibt ohne nennenswerte Niederschläge, der Norden erhält ebenfalls kaum Regen. Die tiefen Bodenschichten werden sich in absehbarer Zeit nicht wesentlich erholen.

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