Bodenfeuchte Hessen: Moderate bis schwere Trockenheit im Mittelland

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) vom 28. Juli zeigt für Hessen ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Der überwiegende Teil des Landes ist von moderater bis schwerer Trockenheit betroffen. Während der Norden und Teile der Bergregionen grünliche Färbungen aufweisen, dominieren in der Landesmitte und im Süden Orange- und Rottöne das Kartenbild. Die Karte zeigt ein 14-Tage-gleitendes Mittel und wird wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Landesmitte stärker betroffen

Im südlichen und zentralen Hessen (Regionen um den Main und das östliche Rheinhessen) zeigt die Karte überwiegend rote Färbungen, die eine schwere Trockenheit nach UFZ-Definition anzeigen. Diese Klasse tritt statistisch etwa alle 20 Jahre auf. Der Westen und Südwesten des Landes weisen dagegen eher Orange-Töne auf, was einer moderaten Trockenheit entspricht (Häufigkeit etwa alle 10 Jahre). Im Norden und in höheren Lagen der Mittelgebirge sind grüne und blaue Färbungen erkennbar, die auf normale bis feuchte Bodenverhältnisse hindeuten. Diese räumliche Verteilung wird durch die unterschiedliche Niederschlagsverteilung in den letzten zwei Wochen geprägt.

Kaum Niederschlag, Hitze nimmt zu

Die Wetterdaten der letzten sieben Tage zeigen nur 1,6 Millimeter Niederschlag im Landesdurchschnitt bei gleichzeitig erhöhten Temperaturen von durchschnittlich 19,9 Grad Celsius und Spitzenwerten von 35,1 Grad Celsius. Der Gesamtboden reagiert auf kurzfristige Feuchtigkeitszu- und -abnahmen träge; die aktuelle Karte bildet daher die Situation aus dem mittleren Zeitraum der letzten 14 Tage ab. Für die kommenden drei Tage ist kein Niederschlag prognostiziert, während die Höchsttemperaturen mit 34,3 Grad Celsius weiterhin erhöht bleiben. Diese feuchtigkeitsarme Wetterkonstellation wird die Bodentrockenheit in der Tiefe eher verstärken als abschwächen.

Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt

Die schwere Trockenheit in Süd- und Mittelhessen hat direkte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Bodenwasser für die Landwirtschaft. Sommergetreide und späte Feldkulturen in den betroffenen Regionen sind in ihrer Wasseraufnahme eingeschränkt. Der verzögert reagierende Gesamtboden signalisiert, dass auch tiefere Wasserspeicher unter Druck stehen. Für Wald und Grundwasserneubildung ist die aktuelle Situation relevant, da die Niederschläge der kommenden Wochen entscheidend für die Herbst- und Winterperiode sein werden. Der Norden Hessens mit normalen Bodenfeuchten zeigt derzeit weniger Handlungsbedarf.

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