Das Wochenende des 17. Bundesparteitages der Alternative für Deutschland in Erfurt stellte die Bundespolizei vor erhebliche Herausforderungen – doch die Bilanz fällt positiv aus. Tausende Bahnreisende, darunter viele Gegenprotestler, reisten ab Freitag in die thüringische Landeshauptstadt an und wieder ab. Parallel zum Beginn der Thüringer Sommerferien und dem regulären Pendlerverkehr verzeichnete die Bundespolizeiinspektion Erfurt aufwachsend hohe Passagierströme am Erfurter Hauptbahnhof. Am Samstagvormittag erreichten die Ankünfte ihren Höhepunkt mit mehreren tausenden Bahnreisenden.
Die Rückreisephase begann am Samstagvormittag und zog sich bis in die späten Abendstunden hin. Veranstaltungsteilnehmende nutzten Züge des Nah- und Fernverkehrs, um zu ihren Ausgangsorten zurückzukehren. Die Bundespolizei dokumentierte, dass Reisende aus allen Teilen der Bundesrepublik angereist waren. Besonders stark frequentiert waren die Zugverbindungen Erfurt–Berlin, Erfurt–Göttingen und Erfurt–Leipzig.
Der verstärkten Bundespolizeiinspektion Erfurt gelang es während der Haupteinsatzphase, Gefahren für Bahnnutzer und die Bahninfrastruktur abzuwehren. Trotz teilweise divergierender politischer Positionen der Reisenden, die auch auf den Fahrtwegen räumlich getrennt worden waren, kam es zu keinen Verletzungen bei Fahrgästen. Auch bei den eingesetzten Bundespolizistinnen und Bundespolizisten gab es keine Verletzten zu beklagen.
Vereinzelt leitete die Bundespolizei Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die eingeleitet Vorgänge betrafen Beleidigungen, verfassungsfeindliche Taten sowie Verstöße gegen das Versammlungs-, Waffen- und Sprengstoffgesetz. Zudem wurden Gebührenvorgänge erfasst.
An Schnittstellen im Erfurter Bahnhofsquartier und in der Vorbereitung des Großeinsatzes arbeitete die Bundespolizei eng mit der Polizei des Freistaates Thüringen und benachbarten Kräften zusammen.
Polizeidirektorin Ute John, Leiterin der Bundespolizeiinspektion Erfurt und zugleich Einsatzführerin, bilanzierte: „Aus Sicht der Bundespolizei blicken wir auf einen friedlichen und störungsfreien Einsatz in Bezug auf die Bahnanreisen zurück. Die eingesetzten Kräfte schritten konsequent ein, wo es Sachverhalte gab. Dabei blieben sie freundlich und bestimmt, die Sachverhalte wurden schnell geklärt. Die erwarteten Betriebsstörungen und Einschränkungen im Bahnverkehr aufgrund hoher Reisendenzahlen blieben weitestgehend aus. Mein Dank gilt allen Kräften der Bundespolizei, die uns bei der Bewältigung der komplexen Lage unterstützt haben sowie den Erfurterinnen und Erfurtern für ihre Geduld.“