Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Zwischen dem 31. August und dem 6. September 2026 beschäftigten die Hamburger Polizei mehrere schwere Gewaltdelikte — darunter eine tödliche Schießerei in St. Pauli mit zwei Toten, ein versuchtes Tötungsdelikt in Harburg und eine weitere Festnahme nach einem Schusswaffeneinsatz im Schwarzenbergpark. Daneben rückte die Bundespolizei am Hauptbahnhof gleich mehrfach aus.
Der schwerste Vorfall der Woche ereignete sich am Montagabend, 1. September, auf dem Parkplatz eines Gewerbehofes in der Lagerstraße in Hamburg-St. Pauli. Mehrere Zeugen hörten gegen 21:34 Uhr Schussgeräusche und alarmierten die Polizei. Die Beamten fanden einen 47-jährigen Mann mit einer Schussverletzung — er starb noch am Tatort an seinen schweren Verletzungen. Bei der Durchsuchung eines benachbarten Gebäudes stießen die Einsatzkräfte auf eine zweite tote Person, deren Identität noch nicht eindeutig geklärt ist. Ein dritter Mann, 48 Jahre alt, wurde verletzt. Die Mordkommission übernahm die Ermittlungen gemeinsam mit dem Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität; die Ermittler gehen davon aus, dass zwischen den Tatbeteiligten möglicherweise ein Beziehungsgeflecht bestand. Mehr dazu
In der Nacht zu Sonntag, 6. September, wurde ein 27-jähriger Mann in Hamburg-Harburg lebensgefährlich verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 0:45 Uhr in der Wetternstraße: Der 27-Jährige sprach einen Unbekannten an, der offenbar versuchte, ein Fahrrad zu stehlen. Daraus entwickelte sich ein Streit, in den sich zwei weitere Männer einmischten. Die drei Angreifer fügten dem 27-Jährigen eine potenziell lebensgefährliche Stichverletzung zu und schlugen auf ihn ein, bevor sie zusammen mit einer weiblichen Begleiterin in Richtung Bahnhof Harburg flüchteten. Eine Rettungswagenbesatzung brachte den Verletzten unter Begleitung eines Notarztes in ein Krankenhaus, wo er notoperiert werden musste. Lebensgefahr besteht nach aktuellem Stand nicht. Die Mordkommission der Polizei Hamburg (LKA 41) hat die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft übernommen und bittet Zeugen um Hinweise. Mehr dazu
Am Dienstag, 2. September, nahm die Polizei einen 21-jährigen Mann fest, der verdächtigt wird, im Juni einen 45-Jährigen im Schwarzenbergpark durch Schüsse verletzt zu haben. Der türkische Staatsangehörige wurde nach einer Durchsuchung seiner Wohnung in Heimfeld in Untersuchungshaft genommen, nachdem ein Haftrichter einen Haftbefehl erließ. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss erwirkt; Kräfte des Drogendezernats, des Landeskriminalamts der Region Harburg sowie des Spezialeinsatzkommandos führten ihn durch. Dabei wurden mehrere Mobiltelefone und rund 8.400 Euro Bargeld sichergestellt. Die Schussabgabe im Schwarzenbergpark hatte sich am 15. Juni gegen 12:11 Uhr ereignet und war bereits Gegenstand mehrerer Polizeimitteilungen sowie früherer Festnahmen gewesen. Mehr dazu
Ebenfalls am Montag, 1. September, vollstreckte das Polizeikommissariat 11 einen Haftbefehl gegen einen 29-jährigen Algerier, der unter Verdacht steht, am 18. August 2026 gegen 10:30 Uhr am Besenbinderhof in Hamburg-St. Georg ein Tötungsdelikt versucht zu haben. Die Beamten nahmen den Verdächtigen im Umfeld einer Drogenhilfeeinrichtung fest; nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurde er in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Mehr dazu
Zu einem Angriff auf einen Bundespolizisten kam es am Samstag, 5. September, gegen 4:10 Uhr auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Reeperbahn. Ein 26-jähriger Deutscher störte zunächst eine laufende Maßnahme, ignorierte einen Platzverweis und schlug einem 29-jährigen Bundespolizisten unvermittelt mit der Faust ins Gesicht, bevor er in eine abfahrende S-Bahn sprang. Nach seiner Festnahme leistete er erheblichen Widerstand. Die Bundespolizei ermittelt gegen ihn wegen Körperverletzung, Beleidigung, tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Mehr dazu
Nach drei sexuellen Belästigungen in Hamburg-Marienthal und Hamburg-Wandsbek nahm die Polizei einen 32-jährigen Deutschen vorläufig fest. Zivilfahnderinnen und Zivilfahnder erkannten den Mann anhand der Täterbeschreibung und seines Fahrrads nahe der Wandsbeker Parkanlage. Die erste Tat hatte sich bereits am 26. August ereignet; zwei weitere folgten am 1. September — um 19:45 Uhr in der Jüthornstraße in Marienthal und kurz darauf im Eichtalpark in Wandsbek. Mehr dazu
Am Montagabend, 1. September, endete eine Verfolgungsjagd in Hamburg-Bahrenfeld mit einem schweren Unfall: Ein 42-jähriger Fahrradfahrer wurde von einem flüchtenden Audi Kombi auf einer Verkehrsinsel erfasst und schwer verletzt. Eine Autofahrerin hatte der Polizei Schleswig-Holstein gemeldet, dass vier offenbar berauschte Personen in Norderstedt in das Fahrzeug gestiegen waren. Der Fahrer ignorierte Anhaltesignale und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Hamburg, bis es in Bahrenfeld zur Kollision kam. Mehr dazu
Am Dienstag, 3. September, löste ein mit einem Fahrradschloss an einem Pfeiler gesicherter Koffer auf dem Bahnsteig zu den Gleisen 11 und 12 des Hamburger Hauptbahnhofs einen Großeinsatz der Bundespolizei aus. Weil der Inhalt nicht einsehbar war und Lautsprecherdurchsagen ohne Ergebnis blieben, wurde der Entschärfungsdienst angefordert, ein Teilbereich des Bahnsteigs geräumt und die Gleise 11 und 12 gesperrt. Die Entschärfer stellten fest, dass von dem Koffer keine Gefahr ausging. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Bei der Schießerei in der Lagerstraße in Hamburg-St. Pauli am Montagabend, 1. September, wurden zwei Männer erschossen und ein weiterer verletzt — die Mordkommission ermittelt. Mehr dazu. In der Nacht zu Sonntag, 6. September, fügten drei Täter einem 27-Jährigen in der Wetternstraße in Hamburg-Harburg eine lebensgefährliche Stichverletzung zu. Mehr dazu. Bereits im Juni hatte ein Tatverdächtiger im Schwarzenbergpark in Heimfeld Schüsse auf einen 45-Jährigen abgegeben; der mutmaßliche Schütze wurde in dieser Woche festgenommen. Mehr dazu.
Auffällig in dieser Woche ist die Häufung von Gewaltdelikten mit Schusswaffen und Stichwaffen: Allein drei Vorfälle — darunter zwei mit Todesfolge — betrafen den Einsatz von Schuss- oder Stichwaffen durch Tatverdächtige. Zudem zogen sexuelle Übergriffe an mehreren Orten in der Stadt den Fokus der Ermittler auf sich: Zwei voneinander unabhängige Fälle sexueller Belästigung — einer am Hauptbahnhof, einer in Parks in Marienthal und Wandsbek — wurden innerhalb weniger Tage bekannt, in beiden Fällen konnten Tatverdächtige festgenommen werden.
Auf einer positiveren Note endete die Suche nach zwei Jungen aus Hamburg-Lurup: Die Kinder, die seit Freitag, 29. August, vermisst worden waren, wurden nach einer öffentlichen Fahndung wohlbehalten im Hamburger Süden angetroffen. Hinweise auf Straftaten lagen nicht vor. Mehr dazu
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