Dax erholt sich kräftig – Unicredit-Übernahmeangebot für Commerzbank sorgt für Gesprächsstoff

via dts Nachrichtenagentur

Der deutsche Leitindex Dax hat am Dienstagnachmittag seinen Erholungskurs fortgesetzt und die Verluste vom Vortag nahezu vollständig wettgemacht. Um 12:30 Uhr stand das Barometer bei 24.255 Punkten und damit 1,1 Prozent höher als am Montagnachmittag.

Für erheblichen Gesprächsstoff an den Märkten sorgte das Übernahmeangebot der italienischen Großbank Unicredit für die Commerzbank. Die italienische Bank bietet wie bereits im März angekündigt 0,485 eigene Aktien für eine Commerzbank-Aktie. Die bisherigen Anteilseigner können zunächst bis zum 16. Juni auf das Angebot eingehen, die Frist lässt sich jedoch bis zum 3. Juli verlängern. Bei den Kursen vom Dienstagnachmittag entspricht das Angebot 32,75 Euro je Commerzbank-Aktie, während diese derzeit für 35,20 Euro gehandelt wird.

Bei den Einzelwerten verhalf die Veröffentlichung der Quartalszahlen dem Rüstungskonzern Rheinmetall an die Spitze der Gewinnerliste im Dax. Die Zahlen von Fresenius Medical Care stießen dagegen auf Enttäuschung bei den Investoren. Auch in der zweiten Börsenreihe und an anderen europäischen Handelsplätzen bestimmten Unternehmenszahlen die Handelsaktivitäten, darunter die Ergebnisse der britischen Großbank HSBC.

„Insgesamt setzen die Investoren weiterhin auf die guten Ergebnisse als Stütze für den Aktienmarkt und fokussieren sich so weniger auf die Meldungen aus dem Nahen Osten“, kommentierte Andreas Lipkow von CMC Markets die Börsenentwicklung. Derzeit falle es schwer, sich ein klares Bild aus der Nachrichtensituation zu bilden. Die Meldung, dass ein Containerschiff der Reederei Maersk unbeschadet durch die Straße von Hormus gefahren sei, habe dem Dax kurz nach Handelsstart etwas Auftrieb gegeben. „Die Anleger versuchen sich derzeit aus den einzelnen Informationsbruchteilen ein vollständiges Bild zu machen“, erklärte Lipkow.

Der britische Leitindex FTSE 100 suchte nach dem gestrigen Bankfeiertag zunächst sein neues Kursniveau. Besonders die Entwicklungen im Nahen Osten und die daraus entstandenen höheren Rohölpreise belasten die Aktienkurse. Die HSBC-Aktien drückten zusätzlich auf die Stimmung, nachdem die Quartalszahlen zwar insgesamt gut ausfielen, jedoch nicht wirklich überraschen konnten. In London prägten Gewinnmitnahmen das aktuelle Gesamtbild, wobei die Energiekonzerne Shell und BP ein gutes Gegengewicht bildeten.

Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 112,90 US-Dollar – das waren 151 Cent oder 1,3 Prozent weniger als am Ende des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Dienstagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1694 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8551 Euro zu haben.

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