Der Gemeinderat Freiburg hat beschlossen, die Mittel für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen deutlich zu erhöhen. Ab 2020 fließen nun 50 Prozent der Konzessionsabgabe (KA) — das ist eine Abgabe, die Energieversorgungsunternehmen für die Nutzung städtischer Infrastruktur zahlen — in einen Klimaschutzfonds. Bislang waren es 25 Prozent.
Für 2019 stehen dadurch zusätzlich etwa 123.900 Euro zur Verfügung. Im Jahr 2020 kommen durch die Aufstockung etwa 1,9 Millionen Euro hinzu, insgesamt also rund 5,75 Millionen Euro. Diese Mittel können nicht aus regulären Haushaltsbudgets finanziert werden.
Die Stadt Freiburg hat sich zum Ziel gesetzt, den Treibhausgasausstoß bis 2030 um 60 Prozent gegenüber 1992 zu senken und bis 2050 vollständig klimaneutral zu werden. Derzeit wird untersucht, ob eine Klimaneutralität bereits 2035 möglich ist.
Die neuen Projekte konzentrieren sich auf sieben Handlungsfelder: nachhaltige Gebäude und Stadtplanung, Mobilität, erneuerbare Energien, Wärmeversorgung, Gewerbe und Industrie sowie klimafreundliche Lebensweisen. Konkrete Vorhaben sind etwa Untersuchungen zu Tiefengeothermie, Energieeffizienzmaßnahmen in Verkehrsbetrieben und die Entwicklung eines Stadtstrommodells als kommunale Regelung für erneuerbare Energien nach dem auslaufenden Erneuerbare-Energien-Gesetz.
Insgesamt werden 32 weitere Projekte gefördert — jeweils 16 aus der Verwaltung und von externen Antragstellern wie städtischen Gesellschaften und Eigenbetrieben. Die Verwaltung betont, dass von den Maßnahmen alle Einkommensgruppen profitieren, etwa durch neue Radwege, Carsharing-Ausbau oder energetische Sanierungen städtischer Gebäude.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg