Deutschlands Außenhandel wächst – aber die gehandelte Warenmenge liegt noch immer unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019

via dts Nachrichtenagentur

Deutschlands Außenhandel hat im April 2026 mengenmäßig zugelegt: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte, wurden 4,8 Prozent mehr Waren aus Deutschland exportiert und 2,8 Prozent mehr Waren nach Deutschland importiert als im Vorjahresmonat. Trotz dieses Anstiegs liegt das Außenhandelsvolumen jedoch weiterhin unter dem Niveau des Jahres 2019, dem letzten Jahr vor den wirtschaftlichen Krisen durch die Corona-Pandemie und den russischen Angriff auf die Ukraine.

Das sogenannte Außenhandelsvolumen misst die reine Mengenentwicklung der ein- und ausgeführten Waren – also unabhängig davon, wie sich die Preise verändert haben. Es ergänzt damit die nominalen, unbereinigten Außenhandelszahlen, die auch Preisveränderungen einschließen. Zum Vergleich: Nach den nominalen Ergebnissen lagen die Exporte im April 2026 um 3,7 Prozent und die Importe um 6,3 Prozent über dem Vorjahresmonat – also andere Werte als beim reinen Mengenvergleich.

Ein Blick auf die längerfristige Entwicklung seit 2019 macht den Unterschied besonders deutlich: Während das Volumen – also die tatsächlich gehandelte Warenmenge – in diesem Zeitraum sank, stieg der nominale Wert der Im- und Exporte erheblich. Im Gesamtjahr 2025 stieg das Exportvolumen nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit Rückgängen erstmals wieder an und lag um 1,3 Prozent höher als im Jahr 2024. Dennoch war die exportierte Warenmenge noch immer 6,3 Prozent niedriger als im Vorkrisenjahr 2019.

Bei den Importen zeigt sich ein ähnliches Bild: Das Importvolumen stieg 2025 nach zwei Jahren mit Rückgängen ebenfalls erstmals wieder – um 1,6 Prozent gegenüber 2024. Es lag aber noch 4,2 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2019.

Während die gehandelte Warenmenge also kleiner geblieben ist als vor der Coronakrise, haben sich die durchschnittlichen Preise der gehandelten Waren in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Als Maßstab dient hier der sogenannte Durchschnittswert, der unabhängig von der Warenmenge die durchschnittliche Preisentwicklung abbildet. Methodisch bedingt lassen sich Durchschnittswerte nur mit dem Basisjahr 2021 vergleichen. Ihre höchsten Werte erreichten sie im Jahr 2022: Damals lagen die Durchschnittswerte für exportierte Waren um 17,3 Prozent und für importierte Waren um 21,2 Prozent über dem Niveau des Jahres 2021.

Seitdem haben sich die Durchschnittswerte stabilisiert. Im Jahr 2025 lagen sie für exportierte Waren noch 16,0 Prozent und für importierte Waren 15,8 Prozent über dem Basisjahr 2021. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 hatten die Durchschnittswerte exportseitig noch 7,7 Prozent und importseitig 9,8 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2021 gelegen – die Preise sind also seitdem erheblich gestiegen.

Das Gesamtbild, das Destatis zeichnet, ist damit eindeutig: Die Menge der grenzüberschreitend gehandelten Waren ist 2025 kleiner als zu Beginn des Betrachtungszeitraums im Jahr 2019, während der durchschnittliche Wert der Waren gestiegen ist. Nach den nominalen Außenhandelszahlen, die sowohl Mengen- als auch Preisveränderungen abbilden, übertrafen die deutschen Exporte das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 im Jahr 2025 deutlich um 17,8 Prozent. Bei den Importen war der nominale Anstieg gegenüber 2019 mit 23,3 Prozent sogar noch stärker. Die stark gestiegenen nominalen Werte täuschen damit über die Tatsache hinweg, dass real – also mengenmäßig – weniger Waren über die deutschen Grenzen gehandelt werden als vor der Pandemie.

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