Deutschlands Handelsbilanz mit China verschärft sich: Importe steigen, Exporte fallen

via dts Nachrichtenagentur

China bleibt Deutschlands wichtigster Handelspartner beim Warenimport – doch die Handelsbilanz wird zunehmend unausgeglichen. Das Statistische Bundesamt teilte am Montag mit, dass Deutschland in den ersten fünf Monaten 2026 Waren im Wert von 72,4 Milliarden Euro aus China importierte. Das entspricht einem Anstieg von 6,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im Mai allein stiegen die Importe aus dem Reich der Mitte um 2,1 Prozent auf 14,0 Milliarden Euro, verglichen mit 13,7 Milliarden Euro im Mai 2025. Gleichzeitig aber sind die deutschen Exporte nach China massiv eingebrochen: Sie sanken zwischen Januar und Mai 2026 um 14,5 Prozent auf 29,6 Milliarden Euro.

Diese Entwicklung verschärft das Ungleichgewicht dramatisch. Der sogenannte Importüberschuss – die Differenz zwischen Ein- und Ausfuhren – ist im Fünf-Monats-Zeitraum auf 42,8 Milliarden Euro angewachsen. Im Vergleichszeitraum 2025 lag dieser Wert noch bei 33,5 Milliarden Euro. Über das gesamte Jahr 2025 hinweg betrug der Importüberschuss 89,9 Milliarden Euro.

Bei den Importen dominieren Hightech-Produkte und Elektronik. Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse führen die Liste mit 20,2 Milliarden Euro an – ein Plus von 4,4 Prozent zum Vorjahr. Es folgen elektrische Ausrüstungen mit 14,3 Milliarden Euro (plus 5,6 Prozent) und Maschinen mit 6,4 Milliarden Euro (plus 3,8 Prozent).

China hat sich bei vielen alltäglichen Produkten zur Hauptquelle etabliert. Im ersten Halbjahr 2026 stammten 81,8 Prozent aller nach Deutschland importierten tragbaren Computer aus China, 66,3 Prozent der Smartphones und 64,1 Prozent der Lithium-Ionen-Akkus. Bei Elektroautos betrug der Anteil 23,5 Prozent, bei Solarpaneln sogar 86,1 Prozent – ein entscheidender Faktor für die deutsche Energiewende.

Auf der Exportseite sieht es dagegen düster aus. Die wichtigsten Ausfuhrgüter nach China sind Maschinen (5,8 Milliarden Euro), Datenverarbeitungsgeräte und elektrische Erzeugnisse (5,1 Milliarden Euro) sowie Kraftfahrzeuge und deren Teile (4,7 Milliarden Euro). Während die Datenverarbeitungsgeräte nur um 0,9 Prozent zulegten, brachen die Maschinenexporte um 17,5 Prozent ein. Besonders dramatisch ist der Rückgang bei Kraftfahrzeugen: Die Exporte sanken um 26,1 Prozent.

Dieser Absturz im Automobilsektor ist bemerkenswert. Noch bis 2024 waren Autos und Autoteile Deutschlands Top-Exportprodukt nach China. Im Jahr 2025 ging der Export bereits um 33,0 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro zurück – 2024 waren es noch 20,3 Milliarden Euro gewesen. Der aktuelle Fünf-Monats-Bericht deutet darauf hin, dass sich dieser negative Trend 2026 fortsetzt und sogar verschärft.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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