Die Bundesanwaltschaft hat am 6. Oktober 2026 zwei Männer festnehmen lassen, die der Spionage für einen ausländischen Geheimdienst verdächtigt werden. Betroffen sind der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Dr. August Hanning, und sein ehemaliger Mitarbeiter Manfred D. Beamte des Bundeskriminalamts vollzogen die Haftbefehle des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig begannen Durchsuchungen in Räumen der Beschuldigten in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin.
Hanning war von 1998 bis 2005 BND-Präsident, später Staatssekretär im Innenministerium. Manfred D. war lange Zeit sein Büroleiter und hatte danach von 2012 bis 2026 wieder als Büroleiter für mehrere BND-Präsidenten gearbeitet und damit Zugriff auf geheimhaltungsbedürftige Informationen.
Der Bundesanwaltschaft zufolge einigten sich die beiden Männer vermutlich im Frühjahr 2010 darauf, dass D. dem in die private Beratertätigkeit wechselnden Hanning gegen Bezahlung fortlaufend BND-Erkenntnisse besorgen sollte. Nach bisherigem Ermittlungsstand stellte D. Hanning zwischen 2010 und Juni 2022 etwa 2.000 Dokumente zur Verfügung — viele davon als Verschlusssache eingestuft und ausschließlich für interne BND-Zwecke bestimmt. Das Material diente der Unterrichtung der Behördenleitung, etwa für nachrichtendienstliche Lagebesprechungen zwischen Spitzenbeamten.
Gegen Hanning wird vorgeworfen: landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchter Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit. Manfred D. wird Beihilfe zu diesen Straftaten vorgeworfen.
(Gerhard Schmidt, Justizredaktion Karlsruhe)
Quelle: Pressemitteilung Generalbundesanwalt
(Gerhard Schmidt, Justizredaktion Karlsruhe)
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