Die Bundesanwaltschaft hat am Montag zwei Verdächtige wegen Spionage festgenommen. Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Dr. August Hanning, und ein weiterer Mann namens Manfred D. wurden in Bayern und Nordrhein-Westfalen verhaftet. Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hatten Haftbefehle erlassen.
Hanning wird vorgeworfen, seit Dezember 1998 als BND-Präsident tätig gewesen zu sein und Geheimnisse des Geheimdienstes weitergegeben zu haben. Manfred D. war sein Stabschef und soll ihm später als parlamentarischer Assistent gedient haben. Ab 2012 war Manfred D. erneut Stabschef mehrerer BND-Präsidenten und hatte Zugang zu vertraulichen Informationen.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft vereinbarten die beiden Verdächtigen im Frühjahr 2010, dass Manfred D. regelmäßig geheime Informationen vom BND an Hanning übermitteln sollte — gegen Bezahlung. Hanning wollte diese Informationen demnach in seinen privaten Beratungsdiensten nutzen. Den Ermittlungen zufolge übergab Manfred D. Hanning etwa zweitausend Dokumente, viele davon als Verschlusssache eingestuft. In mindestens einem Fall nutzte Hanning klassifizierte Informationen, um eine Analyse für einen ausländischen Geheimdienst zu verfassen.
Hanning wird Landesverrat durch Spionage, Ausspähung von Staatsgeheimnissen, versuchter Landesverrat und Spionage vorgeworfen. Manfred D. wird der Beihilfe zu versuchtem Landesverrat und Landesverrat durch Spionage beschuldigt. Die Ermittler durchsuchen auch Wohnungen der Verdächtigen in Berlin.
(Gerhard Schmidt, Justizredaktion Karlsruhe)
Quelle: Pressemitteilung Generalbundesanwalt
(Gerhard Schmidt, Justizredaktion Karlsruhe)
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