Der Gemeinderat Freiburg hat sich in seiner Sitzung am 27. Mai 2020 mit der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2019 befasst. Die Vorlage (eine Informationsmitteilung, mit der die Stadt den Rat über aktuelle Entwicklungen unterrichtet) wurde zur Kenntnis genommen.
Nach 16 Jahren hat Freiburg den ersten Platz unter den am meisten von Kriminalität belasteten Stadtkreisen in Baden-Württemberg abgegeben. Die sogenannte Häufigkeitszahl — die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten pro 100.000 Einwohner — sank von 11.994 im Jahr 2018 auf 9.798 im Jahr 2019. Damit rangiert Freiburg hinter Baden-Baden (10.478) und Mannheim (9.954) an dritter Stelle.
Die Gesamtzahl der Straftaten ohne ausländerrechtliche Delikte ging um 8,9 Prozent auf 22.560 Fälle zurück — der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Die Aufklärungsquote sank leicht von 64,2 auf 62,3 Prozent.
In einzelnen Deliktsbereichen zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen: Diebstähle gingen deutlich zurück — einfache Diebstähle um 17,1 Prozent, schwere Diebstähle um 13 Prozent. Die Zahl der Wohnungseinbrüche fiel um 25,7 Prozent auf 292 Fälle. Dagegen stieg die Gewaltkriminalität um 3,5 Prozent auf 802 Fälle, bleibt aber der zweitniederste Wert seit 2010. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen zu (240 Fälle statt 216), die Aufklärungsquote in diesem Bereich stieg auf 82,1 Prozent.
Polizeipräsident Semling stellte die Statistik in der Ratssitzung vor und erläuterte die Daten.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg