Der Gemeinderat Freiburg hat sich mit einer Beschlussvorlage (G-94/066) mit Konzeptüberlegungen für einen Verkehrslandeplatz in der Region Lahr befasst. Hintergrund ist der geplante Abzug kanadischer Streitkräfte aus dem Militärflugplatz Lahr bis 1993/1994, der eine zivile Nachnutzung ermöglicht.
Der Gemeinderat nimmt den Bericht zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung mit zwei Aufgaben: Sie soll mit Land und Bund die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Konzepts klären. Parallel dazu soll die Verwaltung die Umsetzungsbedingungen konkretisieren, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Verlegung des Freiburger Verkehrslandeplatzes nach Lahr.
Freiburg unterstützt die Idee einer Verlegung, da der eigene Flugplatz in kernstadtnaher Lage liegt und nur bei Sichtflugbedingungen nutzbar ist. Das Gelände könnte für städtische Entwicklungsziele – Ausbau einer Universitätsfakultät und Messeerweiterung – genutzt werden. Die Freiburger Flugschule Harter ist bereits Gesellschafter der Flugplatz Lahr GmbH.
Das geplante Konzept sieht einen Verkehrslandeplatz mit elektronischer Landehilfe vor, um sichere Flüge auch bei schlechtem Wetter und nach Sonnenuntergang zu ermöglichen. Flugzeuge sollen auf maximal 20 Tonnen begrenzt, Betriebszeiten auf 6 bis 22 Uhr beschränkt sein. Nachtflüge sind grundsätzlich verboten. Die Betreibergesellschaft würde sich aus den Städten Lahr (35%), Freiburg (35%), Offenburg (20%) und der Wirtschaft (10%) zusammensetzen.
Die Beratung erfolgt in mehreren Gremien: Bauausschuss (23. März 1994), Verkehrs- und Finanzausschuss (11. April 1994) und abschließend der Gemeinderat (12. April 1994).
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg