Der Gemeinderat Freiburg befasst sich mit dem Gutachten zur Phase II des Fernwärmeverbund-Projekts. Dabei geht es um den schrittweisen Aufbau einer gemeinsamen Wärmeversorgung für mehrere große Wärmeverbraucher in der Stadt.
Das Gutachten wurde von einer Planungsgemeinschaft erarbeitet. Auftraggeber waren neben der Stadt Freiburg auch die Freiburger Energie- und Wasserversorgungs-AG (FEW), die Universität Freiburg, die Rhône Poulenc Rhodia AG und weitere Partner. Das Gutachten wurde im Juli 1993 abgeschlossen.
Die Untersuchung prüfte 17 konzeptionelle Varianten. Daraus kristallisierten sich fünf Zielvarianten heraus. Die zentrale Lösung sieht ein neues Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk auf dem Rhodia-Firmengelände vor. Dieses würde die Wärmeversorgung für die Universität, für Weingarten und Rieselfeld sowie für Rhodia übernehmen. Bestehende Heizwerke würden Reserve- und Spitzenlastabdeckung leisten.
Der Beschlussantrag sieht zwei Teile vor: Der Gemeinderat soll das Gutachten zur Kenntnis nehmen. Zudem soll er den schrittweisen Aufbau befürworten, mit kurzfristiger Realisierung der Variante V f (nur Rhodia-Versorgung) und langfristiger Orientierung an Variante III d (erweiterte Versorgung).
Für Variante III d ergeben sich eine Wärmehöchstlast von 213 MW und eine jährliche Wärmemenge von 1.124 GWh. Die Kraft-Wärme-Kopplung würde jährlich 599 GWh Strom erzeugen. Dies entspricht etwa 60 Prozent des Freiburger Strombedarfs.
Gemäß Gutachten würde der Primärenergieverbrauch um über 25 Prozent sinken. Die Investitionskosten für die verschiedenen Varianten liegen zwischen 118 Millionen und 223 Millionen DM. Alle Varianten zeigen positive Jahresüberschüsse von 2,2 bis 5,7 Millionen DM jährlich. Die Stadt Freiburg trägt die Investitionskosten nicht im städtischen Haushalt, sondern über die FEW.
Die Beratungsfolge sieht vor: Erste Lesung im Unterausschuss am 15. März 1994, Finanz- und Ausschuss am 18. April 1994, Gemeinderat am 26. April 1994.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg