Die Bundesanwaltschaft hat am 27. Mai 2026 eine großangelegte Aktion gegen Rauschgifthandel im Darknet und Geldwäsche durchgeführt. Das Bundeskriminalamt, der Zoll und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen durchsuchten auf Anordnung der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen insgesamt 40 Objekte in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden acht Personen festgenommen und Vermögenswerte im sechsstelligen Bereich gesichert.
Nach Angaben der Ermittler sollen mehrere Beschuldigte seit mindestens Juli 2020 unter verschiedenen Pseudonymen Darknet-Marktplätze genutzt haben, um weltweit mit Betäubungsmitteln zu handeln. Sie sollen Amphetamin, Ecstasy-Pillen, Cannabis, Haschisch, Kokain und Benzodiazepine (verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel) vertrieben und diese per Post an Käufer versendet haben. Acht Mitglieder der Gruppierung wurden in Deutschland identifiziert, drei davon wurden festgenommen.
Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten Bargeld in mindestens fünfstelliger Höhe, Kryptovermögen (digitale Vermögenswerte wie Bitcoin), zwei Schusswaffen und mehrere Kilogramm Betäubungsmittel sicher. Die Bundespolizei sowie die Landespolizeien Hessen und Nordrhein-Westfalen unterstützten die Aktion. Insgesamt waren mehr als 400 Kräfte im Einsatz, darunter mehrere Spezialeinheiten.
Den Ermittlungen zufolge erwirtschaftete die Rauschgiftgruppe mehrere Millionen Euro in Kryptowerten. Um diese illegalen Gewinne in Bargeld umzuwandeln, sollen zwei weitere Beschuldigte eine kriminelle Dienstleistung angeboten haben – einer wurde festgenommen. Die beiden übertrugen die Kryptowerte demnach an ein internationales Underground-Banking-Netzwerk, das Kryptowerte in Bargeld tauschte und Geldtransfers von Deutschland nach Vietnam durchführte.
Im Zusammenhang damit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen neun vietnamesische Staatsangehörige. Vier von ihnen wurden festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung nach Paragraf 129 Absatz 2 des Strafgesetzbuches (eine Gruppe, die organisiert Straftaten begeht) gebildet zu haben, die Geldtransfergeschäfte betrieb. Nach bisherigen Erkenntnissen stammte das Bargeld von vietnamesischen Staatsangehörigen, die in Deutschland Nagelstudios oder Restaurants betreiben oder dort illegal arbeiten.
Seit November 2025 wurden in Deutschland nachweislich mehr als sieben Millionen Euro in bar eingesammelt. Der Steuerschaden durch illegale Beschäftigung und die Schäden für die Sozialkassen liegen im Millionenbereich. Über Krypto-Wallets des Hauptbeschuldigten flossen zwischen November 2025 und Mai 2026 mehr als 100 Millionen Euro. Die Ermittlungen dauern an.
Quelle: Pressemitteilung des Bundeskriminalamts vom 27. Mai 2026. Original beim Bundeskriminalamt.
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