Die Polizei Duisburg hat am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag (31. Juli bis 1. August) einen Großeinsatz zur Bekämpfung der Clankriminalität durchgeführt. Gemeinsam mit mehreren Behördenpartnern kontrollierten zahlreiche Einsatzkräfte das gesamte Stadtgebiet – mit Schwerpunkt auf das Clanmilieu, die Gastronomie und die Hamborner Waffen- und Messerverbotszone.
An dem Einsatz beteiligt waren neben der Polizei die Staatsanwaltschaft Duisburg, das Hauptzollamt Duisburg, das Bürger- und Ordnungsamt der Stadt Duisburg, die Bezirksregierung Düsseldorf sowie das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität. Gemeinsames Ziel war die konsequente Kontrolle krimineller Strukturen und die nachhaltige Reduzierung von Gewaltkriminalität.
Die Beamten überprüften insgesamt 24 Gewerbeobjekte im Stadtgebiet. Dabei stießen sie auf vielfältige Verstöße: In mehreren Fällen wurden Steuerrückstände festgestellt – in einem Fall beschlagnahmte die Polizei einen BMW und schleppte ihn ab. Ein Gastrobetrieb musste wegen der Verstöße geschlossen werden. Die Netzwerkpartner stellten zahlreiche arbeitsrechtliche Verstöße fest und versiegelten vier Geldspielgeräte wegen mangelhafter Stundenaufzeichnungen und Preisauszeichnungen.
Besonders brisant: Die Staatsanwaltschaft Duisburg ordnete die Durchsuchung einer Privatwohnung an, nachdem Beamte in einem Gewerbe erneut unversteuerte Zigaretten entdeckt hatten. Die Durchsuchung blieb allerdings ohne weiteren Fund.
Bei den Personenkontrollen wurden mehrere illegale Vapes sichergestellt. Ein Mann, gegen den ein offener Haftbefehl vorlag, wurde festgenommen und in den Polizeigewahrsam gebracht. Eine Person beleidigte während der Maßnahmen einen Polizeibeamten und muss sich nun wegen Beleidigung verantworten. Mehrere Personen führten keine Ausweispapiere mit sich. Darüber hinaus wurden mehrere Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz festgestellt.
Die genaue Einsatzbilanz: Die Polizei führte 156 Personenkontrollen durch, stellte 27 Berichte aus und vollstreckte eine Festnahme. Es gab fünf Strafanzeigen unter anderem wegen Beleidigung, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Trunkenheitsfahrt. 17 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wurden erhoben – etwa wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und gewerberechtlicher Verstöße. Die Beamten verhängten 30 Verwarngelder. Insgesamt wurden fünf Gegenstände sichergestellt, darunter ein Einhandmesser, illegale Vapes und unversteuerte Zigaretten.
„Die Bekämpfung der Clankriminalität gehört zu den zentralen Zielen der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Wir arbeiten eng mit unseren Netzwerkpartnern zusammen und können auf eine langjährige Erfahrung aus gemeinsamen Einsätzen zurückgreifen“, betonte Polizeidirektorin Livia Degner, die die Einsatzleitung inne hatte. „Integrative und konsequente Kontrollaktionen sind unverzichtbar für eine nachhaltige Kriminalitätsbekämpfung.“
» Weitere Polizeimeldungen aus Nordrhein-Westfalen