Güterbahnhof-Nord: Gemeinderat entscheidet über Bebauungsplan-Änderung

Der Gemeinderat Freiburg befasst sich mit der vierten Änderung des Bebauungsplans für das Areal Güterbahnhof-Nord im Stadtteil Brühl. Die Vorlage (ein Beschlussentwurf der Verwaltung) sieht drei Entscheidungspunkte vor: die Billigung des Planentwurfs für die öffentliche Beteiligung, die Zustimmung zu einem städtebaulichen Vertrag und die Zustimmung zu einem Nachtrag zu einem bestehenden Vertrag.

Das Plangebiet umfasst circa 3,77 Hektar. Ziel der Planänderung ist es, das Flächenpotenzial durch höhere Gebäude effektiver zu nutzen. Dabei sollen die Konzernzentrale der Firma Dr. Falk Pharma GmbH angesiedelt werden und zusätzlicher Wohnraum entstehen, darunter auch geförderter Mietwohnungsbau.

Im Bereich des geplanten Pharma-Unternehmens wird ein Sondergebiet festgesetzt, in dem Bürogebäude und Seminarräume zulässig sind. Die übrigen Baufelder werden als urbane Gebiete festgesetzt mit Wohnungen in den Obergeschossen. An der Eugen-Martin-Straße soll ein bis zu 13-geschossiger Hochpunkt mit Eigentumswohnungen entstehen. In den Erdgeschossen sind gewerbliche Nutzungen, Dienstleistungen und teilweise Gastronomie vorgesehen. Wohnnutzung im Erdgeschoss ist ausgeschlossen.

Während der frühzeitigen Bürgerbeteiligung von Januar bis Februar 2020 gingen vier private Stellungnahmen ein, darunter vom Bürgerverein Brühl-Beurbarung. Diese brachten Anregungen zu öffentlichen Freiräumen, Spielplätzen, Parkplätzen und sozialen Folgeeinrichtungen vor. Die Verwaltung ist diesen Hinweisen nach sorgfältiger Abwägung nicht gefolgt. Behörden reichten 13 Stellungnahmen ein, deren Anregungen teilweise in die Planung übernommen wurden.

Im städtebaulichen Vertrag ist geregelt, dass Aurelis Real Estate Geschossflächen für geförderten Wohnungsbau unentgeltlich an die Stadt übertragen wird — insgesamt 4.379 Quadratmeter zusätzlich zur bereits vereinbarten Fläche von 15.303 Quadratmetern aus früheren Vereinbarungen.

Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg