Gummersbacher Senior um Tausende Euro und Goldbarren betrogen – Polizei warnt vor Schockanrufen

Mit einem perfiden Schockanruf haben Betrüger am Freitag einen 82-jährigen Mann aus Gummersbach um einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag und Goldbarren gebracht. Die Masche ist dreist und zielt gezielt auf ältere Menschen ab.

Der Senior erhielt gegen 15:30 Uhr einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter aus Gummersbach ausgab. Der Anrufer behauptete, dass die Tochter des 82-Jährigen bei einem Verkehrsunfall eine andere Person tödlich verletzt habe und sich nun in Untersuchungshaft befinde. Für die Freilassung seiner Tochter werde sofort Geld benötigt. Der Senior bot daraufhin einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag sowie Goldbarren an.

Nach dem kurzen Telefonat erschien gegen 18:30 Uhr ein angeblicher Polizeibeamter an der Wohnadresse des Seniors. Der Betrüger nahm das Geld und die Goldbarren entgegen und verschwand. Aufgrund einer Sehbeeinträchtigung konnte der Senior den Abholer nur schwer beschreiben. Nach den bisherigen Angaben war der Unbekannte jung – etwa 18 bis 20 Jahre alt – und trug grüne Kleidung.

Die Kreispolizeibehörde Oberbergischer Kreis nimmt Hinweise zum Fall unter der Telefonnummer 02261 8199-0 oder per E-Mail an poststelle.oberbergischer-kreis@polizei.nrw.de entgegen.

Diese Betrugsmasche funktioniert nach einem etablierten Muster: Die Täter geben sich als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter aus und berichten von angeblichen schweren Verkehrsunfällen, bei denen ein Familienmitglied des Angerufenen verletzt oder getötet worden sein soll. Die Betrüger setzen ihre Opfer unter Druck und fordern sie auf, Geldbeträge oder Wertsachen wie Schmuck oder Edelmetalle zu übergeben, um eine bevorstehende Haft abzuwenden. Gerade ältere Menschen, die sich ohnehin in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden, fallen häufig auf diese Masche herein.

Die Polizei rät daher eindringlich: Seien Sie misstrauisch bei Anrufen, in denen Geldforderungen gestellt werden – besonders wenn der Anrufer Druck ausübt oder emotionale Notlagen ausnutzt. Beenden Sie das Gespräch sofort und informieren Sie die Polizei über die 110. Versuchen Sie stattdessen, die betreffende Person selbst zu erreichen, um die Angaben zu überprüfen. Geben Sie unbekannten Personen niemals Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder sensible Daten. Und vor allem: Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen oder angebliche Mitarbeiter von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Banken.

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