Nach einer tödlichen Schießerei in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat das Amtsgericht einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Schützen erlassen. Die Staatsanwaltschaft Stade wirft dem Mann sechsfachen Mord vor.
Der Vorfall ereignete sich am 29. Juni 2026 gegen 12 Uhr in der Einrichtung an der Dankersstraße. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte während eines Hilfeplangesprächs plötzlich eine Schusswaffe gezogen und auf mehrere Mitarbeiter der Einrichtung und des Jugendamtes der Region Hannover geschossen haben. Fünf der Opfer starben noch vor Ort, das sechste Opfer erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.
Die Staatsanwaltschaft bewertet die Tat als Mord. Aus ihrer Sicht liegen Mordmerkmale vor, insbesondere Heimtücke und niedere Beweggründe. Das Amtsgericht Stade folgte dem Antrag der Behörde und erließ den Haftbefehl am späten Nachmittag. Der Beschuldigte wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt verbracht.
Gegenüber zwei weiteren tatverdächtigen Frauen stellte die Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Untersuchungshaft. Sie wurden aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.
Die Ermittlungen werden fortgesetzt. Aus ermittlungstaktischen Gründen und zum Schutz der Opfer und ihrer Angehörigen teilt die Staatsanwaltschaft derzeit keine weitergehenden Informationen mit.