Das Bundeskriminalamt (BKA) hat gemeinsam mit Polizeibehörden aus neun Ländern eine international koordinierte Operation gegen sexualisierte Gewalt an sedierten Personen durchgeführt. Bei der Aktion mit dem Namen „Medusa“ identifizierten die Ermittler 156 Täter und Opfer und gewannen 274 neue Ermittlungsansätze.
Vom 22. bis 24. Juni kamen die Fahnder im Hauptquartier der britischen National Crime Agency (NCA) in London zusammen. Das Projekt wird von Deutschland und dem Vereinigten Königreich geleitet und wird von Brasilien, Kanada, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden, Spanien, den USA sowie Europol unterstützt. Insgesamt arbeiten damit zehn Partner an der Bekämpfung dieser Verbrechen.
Im Fokus der Ermittlungen stehen Täter, die an sedierten Personen sexualisierte Gewalt ausüben. Diese Übergriffe finden häufig im sozialen Nahbereich statt und erstrecken sich oft über einen längeren Zeitraum. Die Opfer werden mit Kombinationen aus Medikamenten und Schmerzmitteln, häufig gemischt mit Alkohol, betäubt. Diese Substanzmischungen können potenziell lebensbedrohlich sein.
Vielen Opfern ist der sexuelle Übergriff gar nicht bewusst, da die verabreichten Stoffe die Erinnerung an die Tat blockieren. Die Täter dokumentieren ihre Verbrechen dabei auf Video und verbreiten das Material im Internet – insbesondere über Messenger-Dienste oder auf Pornoplattformen.
Das BKA weist darauf hin, dass Betroffene oder Zeugen sich jederzeit an die Polizei wenden können. Bei Verdacht auf eine Sedierung – etwa durch ungewöhnlich lange Schlafdauer oder Erinnerungslücken – sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Der Grund: Viele der verwendeten Substanzen sind nur kurzzeitig im Körper nachweisbar.
Autor: dts Nachrichtenagentur