Internationaler Tag zur Aufklärung über die Minengefahr: UN warnt vor 110 Millionen Landminen weltweit

Heute begehen die Vereinten Nationen den Internationalen Tag zur Aufklärung über die Minengefahr und zur Unterstützung bei Antiminenprogrammen. Der 2005 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufene Gedenktag macht auf die anhaltende Bedrohung durch Landminen und Blindgänger aufmerksam, die auch Jahrzehnte nach Kriegsende das Leben von Zivilisten bedrohen.

Schätzungsweise 110 Millionen Landminen befinden sich noch immer im Boden von über 60 Ländern weltweit. Diese tödlichen Relikte vergangener Konflikte machen weite Gebiete unbewohnbar, behindern die Rückkehr von Flüchtlingen und blockieren die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen. Besonders betroffen sind Afghanistan, Kambodscha, Bosnien-Herzegowina und verschiedene afrikanische Staaten.

Die Zahlen sind alarmierend: Jährlich werden etwa 7.000 Menschen durch Landminen getötet oder verstümmelt – die Hälfte davon sind Kinder. Die Ottawa-Konvention von 1997 verbietet zwar den Einsatz, die Herstellung und Lagerung von Antipersonenminen, doch wichtige Militärmächte wie die USA, Russland und China haben das Abkommen bis heute nicht unterzeichnet.

Der aktuelle Krieg in der Ukraine hat die Problematik wieder verschärft: Experten schätzen, dass dort mittlerweile Hunderttausende Minen verlegt wurden, die das Land noch Jahrzehnte beschäftigen werden. Auch in anderen aktuellen Konfliktgebieten wie Myanmar oder im Jemen werden weiterhin Landminen eingesetzt.

Anlässlich des Gedenktages organisieren Hilfsorganisationen wie Handicap International oder die Halo Trust Aufklärungsveranstaltungen und Spendenkampagnen. Minenräumteams nutzen den Tag, um auf ihre gefährliche Arbeit aufmerksam zu machen. In Deutschland informiert das Auswärtige Amt über seine Förderung von Minenräumprogrammen, für die die Bundesregierung jährlich etwa 20 Millionen Euro bereitstellt.

Weitere Gedenktage am 4. April sind der Weltschlagzeuger-Tag, der die Bedeutung des Schlagzeugs in der Musik würdigt, sowie der Tag der Karotte, der auf die gesundheitlichen Vorteile des Wurzelgemüses hinweist.