Der Gemeinderat Freiburg hat den 15. Erfahrungsbericht des Jobcenter zur Umsetzung des Sozialgesetzbuchs II zur Kenntnis genommen. Die jährliche Informationsvorlage dokumentiert Arbeitsschwerpunkte und -ergebnisse des Jobcenter Freiburg für das Jahr 2019.
Die Fallzahlen sind weiterhin rückläufig. Der jahresdurchschnittliche Bestand an Bedarfsgemeinschaften sank 2019 auf 7.817 Fälle, gegenüber 8.141 im Vorjahr — ein Rückgang um 4,0 Prozent. Dies ist der niedrigste Bestand seit Einführung der Grundsicherung. Ursachen sind weniger Zugänge ins Hilfesystem und gute Integrationsergebnisse des Jobcenter.
Bei der Kostenerstattung für Unterkunft zeigt sich ein differenziertes Bild: Die Bruttoaufwendungen sanken 2019 um 3,1 Prozent auf 42,5 Millionen Euro. Allerdings sank auch die Bundeserstattung von 48,4 auf 45,9 Prozent. Der Anteil der Bedarfsgemeinschaften, die hauptsächlich Kosten der Unterkunft beziehen, ist leicht auf 12,3 Prozent gestiegen.
Bei den Leistungen für Bildung und Teilhabe nahmen 4.163 von 5.736 potenziell berechtigten Personen mindestens eine Teilleistung in Anspruch (Quote: 72,6 Prozent). Die Ausgaben stiegen 2019 um 29,2 Prozent auf 2,2 Millionen Euro — hauptsächlich bedingt durch Änderungen bei der Mittagsverpflegung in Schulen nach dem Starke-Familien-Gesetz.
Vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie rechnet das Jobcenter 2020 mit steigenden Fallzahlen. Prognostiziert wird ein Anstieg der Bedarfsgemeinschaften um 12,7 Prozent bis Juni 2020.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg