Ein 16-jähriger syrischer Staatsangehöriger sitzt nun in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen ein. Das Amtsgericht Leipzig erließ gegen den Jugendlichen einen Untersuchungshaftbefehl – die Bundespolizei wirft ihm eine Reihe schwerer Straftaten vor.
Seit mehreren Wochen war der 16-Jährige in Leipzig polizeilich aufgefallen. Ihm wird vorgeworfen, in mehreren S-Bahnen Personen bedroht zu haben. In einem weiteren Fall soll er eine Frau körperlich angegriffen und mit Pfefferspray verletzt haben. Darüber hinaus ermittelt die Bundespolizei gegen den Jugendlichen wegen Bedrohungen, sexueller Belästigungen und schwerer Raubdelikte – teilweise soll dabei ein Messer zum Einsatz gekommen sein.
Die entscheidende Wende kam Ende Juni: Der 16-Jährige erschien selbst auf der Bundespolizeiinspektion Leipzig und erstattete Anzeige als vermeintlich Geschädigter. Bei der Bearbeitung seines Anliegens erkannten die Beamten, dass der Jugendliche selbst der Täter einer jener Straftaten war, die er eine Woche zuvor begangen hatte. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Syrer entlassen – doch unmittelbar vor der Dienststelle nahm er den kompletten Inhalt einer Packung Melatonin-Tabletten zu sich.
Die anwesenden Einsatzkräfte reagierten sofort, nahmen den 16-Jährigen erneut in Gewahrsam und alarmierten den Rettungsdienst. Unter polizeilicher Bewachung wurde er zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Aufgrund der Schwere der Vorwürfe und der Häufung der Straftaten beantragte die Bundespolizei beim Amtsgericht einen Untersuchungshaftbefehl. Das Gericht stattete dem Antrag statt – der 16-Jährige wurde daraufhin in die Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen eingeliefert. Die Ermittlungen zu den zugrunde liegenden Straftaten sind noch nicht abgeschlossen.
