Das Dezernat Jugend, Schule und Demokratie hat eine schriftliche Anfrage der CDU-Fraktion zur Auslastung und Trägerschaft von Kindertageseinrichtungen beantwortet. Zum Stichtag 22. Juni 2026 betreibt die Stadt Leipzig 48 Kindertageseinrichtungen in kommunaler Trägerschaft sowie 6 Einrichtungen des städtischen Eigenbetriebs. Die Gesamtauslastung der kommunalen Einrichtungen beträgt 79,9 Prozent, bei den Eigenbetriebseinrichtungen 84,6 Prozent. Zum Vergleich: Einrichtungen in freier Trägerschaft weisen eine Auslastung von 87,0 Prozent auf.
Von den 48 kommunal betriebenen Kitas haben 30 Einrichtungen im Juni 2026 eine Auslastung unter 90 Prozent. Laut Antwort schwanken die Auslastungen im Jahresverlauf, besonders geprägt durch Schulwechsel im Sommer. Mehrere Faktoren beeinflussen niedrigere Belegungszahlen: angekündigte Schließungen führen dazu, dass Familien frühzeitig die Einrichtung wechseln, geplante Umzüge verändern Entfernungen zum Wohnort, und rückläufige Geburtenzahlen wirken sich gesamtstädtisch aus.
Zum Schuljahreswechsel 2026 schließen zwei kommunale Einrichtungen ersatzlos: Curiestraße 1 und Dahlienstraße 75a. Zwei weitere Kitas ziehen um: Tarostraße 9 in die sanierte Stötteritzer Straße 1 und Eisenacher Straße 38 in den Neubau Poetenweg 24. Seit 2023 hat der kommunale Träger bereits 8 Einrichtungen geschlossen und reduzierte seine Kapazität um 893 Plätze.
Zur Frage der geplanten Quote von 25 Prozent kommunalen Kitas mit 30 Prozent aller Plätze bis 2035 verweist die Verwaltung auf das Subsidiaritätsprinzip im SGB VIII (Sozialgesetzbuch Achtes Buch). Derzeit betreibt die Stadt 54 von 264 Einrichtungen (20,5 Prozent). Das aktuelle Verhältnis entspreche dem Subsidiaritätsprinzip, wonach Angebote der Kinder- und Jugendhilfe vorrangig von freien Trägern erbracht werden sollen. Die Stadt nehme ihre Gewährleistungsverantwortung ergänzend wahr.
Carsten Müller, Politikredaktion Sachsen