Lübeck: Polizei bringt 1.000 Viertklässlern die Gefahren des toten Winkels bei

(c) PD Lübeck Begleiteten und organisierten die "Aktion Toter Winkel" an der Gotthard- Kühl-Schule: Garcel Kruse vom Round Table 104 Lübeck, Stefan Rath von der Lübecker Verkehrswacht, Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Padelügge - Buntekuh

In Lübeck lernen derzeit knapp 1.000 Viertklässler aus 43 Schulklassen bei der „Aktion Toter Winkel“ die besonderen Gefahren im Straßenverkehr kennen. Das Kooperationsprojekt läuft im April und Mai 2026 an 18 Lübecker Schulen und wird von der Polizei gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern durchgeführt.

„Warum sind große Fahrzeuge besonders gefährlich für mich als Radfahrer?“, „Warum werde ich manchmal nicht gesehen?“, „Worauf muss ich als Radfahrer besonders achten?“ – um solche Fragen geht es bei der Verkehrssicherheitsaktion. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen, schweren Unfällen oder sogar zu tödlichen Verletzungen aufgrund des toten Winkels. Gerade wer selbst kein Autofahrer ist, kennt die lauernden Gefahren oft nicht.

Unterstützt wird das Projekt von ehrenamtlichen Moderatoren des Round Table 104, des Old Table 29 und 104 sowie des Ladies Circle 7 aus Lübeck. Außerdem beteiligen sich die Lübecker Verkehrswacht, der Stadtverkehr Lübeck, das 3. Polizeirevier Lübeck und die Präventionsstelle der Polizeidirektion Lübeck. Die Lübecker Entsorgungsbetriebe und der Stadtverkehr stellen Fahrzeuge zur Verfügung, ebenso zehn Freiwillige Feuerwehren aus ganz Lübeck und das Technische Hilfswerk.

Für jeden der 18 Tagestermine wird ein passender Lastwagen bereitgestellt – ob Müllfahrzeug, Bus oder Einsatzfahrzeug von THW oder Feuerwehr. Die jeweiligen Fahrer berichten von gefährlichen Situationen aus ihrem Arbeitsalltag. Alle Grund- und Gemeinschaftsschulen in Lübeck wurden im Vorfeld angeschrieben und konnten sich mit eigenem Terminwunsch anmelden. Die Durchführung ist für Schulen kostenfrei.

Für die Kinder und Lehrkräfte ist es beeindruckend zu erleben, wie viele Menschen sich in den toten Winkel stellen können, ohne vom Fahrer gesehen zu werden. Jedes Kind darf auf dem Fahrersitz des Lastwagens Platz nehmen und sich selbst davon überzeugen. Die Schüler lernen auch, dass die vordere Achse eines Lastwagens beweglich ist und die Stellung der vorderen Reifen die Fahrtrichtung verrät. „Ein guter Radfahrer achtet auf solche Dinge, auch bei Fahrzeugen, die am Straßenrand abgestellt sind“, erklären die Moderatoren.

Besprochen werden auch Beleuchtungseinrichtungen, der große Wendekreis eines Lastwagens und das enge Einziehen des hinteren Teils, was besonders bei Bussen und Anhängern gefährlich werden kann. Für die Kinder, die noch keine Autofahrer sind, ist das alles neu und sehr beeindruckend.

Die „Aktion Toter Winkel“ schließt sich an die verpflichtende Radfahrausbildung der Viertklässler an. Das sind die Kinder, die ab dem Sommer meist ohne Begleitung von Erwachsenen einen neuen Schulweg meistern müssen – der nicht nur neu, sondern auch meist länger und um vieles gefährlicher ist. Die Polizei rät Eltern, den neuen Schulweg mit ihren Kindern mehrfach zu üben und sie in der Anfangszeit auf dem Rad zu begleiten. Wird ein neues Fahrrad angeschafft, sollte auf einen stabilen Gepäckträger Wert gelegt werden, an dem neben dem Gepäck auch die rückwärtige Beleuchtung sicher angebracht werden kann.

Autofahrer sollten besonders in den ersten Wochen nach den Sommerferien noch mehr Rücksicht auf Rad fahrende Schulkinder nehmen, denn sie sind auch Verkehrsanfänger und reagieren oft nicht vorausschauend, manchmal sehr spontan und zuweilen nicht verkehrsgerecht. Eine Fortführung des Projekts im nächsten Jahr ist geplant.

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