Ein älterer Autofahrer ist am Mittwochvormittag gegen 11 Uhr am Bahnübergang der Kinizigstraße in Gengenbach-Schönberg mit einem durchfahrenden Regionalexpress kollidiert und hat dabei sein Leben verloren. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen deutet alles darauf hin, dass der Mann in suizidaler Absicht handelte.
Mehrere Zeugen berichteten der Polizei übereinstimmend, dass der Fahrer bei geschlossenen Halbschranken und dauerhaft anzeigendem Rotlicht um die Sperre herumfuhr und sein Auto schließlich im Gleisbereich anhielt. In diesem Moment näherte sich der Zug aus Richtung Gengenbach und erfasste das Fahrzeug. Der Pkw-Fahrer erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.
Die Zeugen gaben zudem an, dass das gleiche Fahrzeug kurz zuvor bereits ähnliche Fahrmanöver unternommen hatte, um die gesenkten Halbschranken zu umfahren. Der Bahnübergang war halbseitig mit funktionsfähigen Schranken ausgestattet.
Die rund 200 Passagiere des Regionalexpress blieben unverletzt. Nach Spurensicherungsmaßnahmen am Zug konnte dieser seine Fahrt bis zum Bahnhof Haslach fortsetzen. Dort wurden Zeugen des Geschehens von Polizeikräften identifiziert und befragt. Die Passagiere konnten ihre Reise in einem bereitstehenden Zug fortsetzen. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz, um die Insassen des Zuges zu versorgen. Zugpassagiere aus der Gegenrichtung mussten auf Schienenersatzverkehr ausweichen und wurden durch den Rettungsdienst betreut.
Die Schwarzwaldbahn wurde aufgrund der Einsatzmaßnahmen zunächst vollständig gesperrt und konnte gegen 14:35 Uhr wieder freigegeben werden. Der Zugführer blieb nach ersten Erkenntnissen unverletzt und wurde durch das DB-Notfallmanagement und den Rettungsdienst betreut.
Die Polizei berichtet nach ihrem Medienkodex grundsätzlich nicht über Suizide, sofern nicht die öffentliche Wahrnehmung des Vorfalls dies erforderlich macht. Hinweis: Wer sich selbst oder jemanden aus seinem Umfeld in einer akuten seelischen Krise befindet, sollte Unterstützung suchen. Der Notruf 110 und 112 oder der ärztliche Bereitschaftsdienst 116 117 stehen zur Verfügung. Telefonseelsorgen bieten rund um die Uhr anonym und kostenlos Hilfe an.