Ein dramatischer Vorfall auf einem Parkplatz in Offenburg endet mit schweren Verletzungen und Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts. In der Nacht zum Sonntag, 12. Juli 2026, wurde ein 28-jähriger türkischer Mann von einem Range Rover überrollt und erlitt schwerste Verletzungen.
Gegen Mitternacht gingen bei der Polizei mehrere Notrufanrufe ein, die von einer Schlägerei mit zehn bis fünfzehn Personen berichteten. Der Einsatzort: der Parkplatz in der Heinrich-Hertz-Straße. Polizeibeamte vor Ort stellten schnell fest, dass es bei der Auseinandersetzung auch zum Einsatz von Baseballschlägern gekommen war. Im Anschluss an die Prügelei stieg ein Mann in einen Range Rover ein – in diesem Moment stellte sich der 28-Jährige direkt vor das Auto. Der Fahrer setzte das Fahrzeug in Bewegung und überrollte den Mann. Der Schwerverletzte wurde in eine Klinik eingeliefert.
Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf und konzentrierte sich auf die Fahndung nach möglichen Tatverdächtigen. Befragungen von Zeugen und eingehende Hinweise führten die Ermittler auf die Spur einer Tankstelle in der Schutterwälder Straße. Kurz vor 1 Uhr kontrollierten Polizeibeamten dort einen dunklen BMW mit vier Insassen – drei Männer und eine Frau – die alle vorläufig festgenommen wurden. Der helle Range Rover mit Offenburger Kennzeichen war zunächst verschwunden, konnte aber im Verlauf des Sonntags in Kehl aufgefunden und beschlagnahmt werden. Kriminaltechniker sichern derzeit Spuren am BMW und Range Rover.
Nach ersten Ermittlungsergebnissen wechselten die Insassen die Fahrzeuge: Sie verließen den Range Rover und fuhren mit dem BMW zurück nach Offenburg. Bei den drei festgenommenen Männern handelt es sich um iranische Staatsangehörige im Alter von 26 und 28 Jahren. Am Montagmittag wurde einer der Tatverdächtigen, der 28-Jährige, dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Offenburg vorgeführt. Die Haftrichterin bestätigte den Antrag der Staatsanwaltschaft und setzte den Haftbefehl in Vollzug. Der Mann sitzt nun in einer Justizvollzugsanstalt ein. Die beiden anderen Tatverdächtigen wurden am frühen Sonntagabend nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen aus dem Gewahrsam entlassen.
Die Polizei sucht nach einem wichtigen Zeugen. Der Mann stand zum Zeitpunkt des Angriffs unmittelbar neben dem Range Rover auf dem Parkplatz, beobachtete den Vorfall und fertigte Videoaufnahmen an. Der Zeuge trug eine schwarze kurze Hose und ein Oberteil mit breiten schwarz-weißen Streifen. Die Kriminalpolizei bittet ihn oder Personen, die ihn kennen, sich unter der Telefonnummer 0781/21-2820 zu melden.
Die Ermittlungen laufen derzeit auch in Bezug auf einen möglichen Zusammenhang mit einer gefährlichen Körperverletzung vom Vortag – ebenfalls an derselben Örtlichkeit in der Heinrich-Hertz-Straße. In der Nacht zum Samstag waren zwei türkische Männer Opfer eines Angriffs geworden. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit zwei Insassen eines Jaguars entwickelten sich Handgreiflichkeiten. Einer der türkischen Männer wurde mit einem eingeklappten Messer am Auge verletzt. Danach kam es zu Stichbewegungen mit dem ausgeklappten Messer in Richtung des Verletzten, der noch ausweichen konnte. Die Angreifer – zwei wegen verschiedener Delikte polizeilich bekannte Iraner im Alter von 26 und 27 Jahren – flüchteten mit dem Jaguar. Die Polizei konnte das Auto noch im Bereich der Heinrich-Hertz-Straße anhalten und kontrollieren. Nach aktuellen Erkenntnissen der Polizei gehören alle vier beteiligten Männer zum persönlichen Umfeld der Beteiligten der Folgenacht. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und Zusammenhängen beider Straftaten dauern an. Zeugenhinweise nimmt die Polizei unter 0781/21-2820 entgegen.