Politisch motivierte Gewalt auf Rekordniveau – Linksmotivierte Straftaten stark gestiegen

Die Bundesrepublik verzeichnet 2025 einen neuen Höchststand bei politisch motivierten Straftaten. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurden 85.837 solcher Delikte registriert – ein Anstieg um etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Einführung der statistischen Erfassung im Jahr 2001 liegt die Zahl damit so hoch wie nie zuvor.

Besonders stark gestiegen sind linksmotivierte Straftaten: Sie nahmen um mehr als 35 Prozent auf 13.490 Fälle zu (2024: 9.971). Im Bereich der Gewalttaten fiel der Anstieg mit über 42 Prozent noch deutlicher aus – von 762 auf 1.087 Fälle. Insgesamt registrierten die Behörden 4.156 politisch motivierte Gewalttaten, das entspricht einem Anstieg um etwa 1,2 Prozent.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte: „Die Politisch motivierte Kriminalität ist erneut auf einem Höchststand. Sowohl im Bereich links als auch im Bereich rechts steigen die Gewaltdelikte deutlich an. Die linke Szene unterstreicht mit 42 Prozent mehr Gewalttaten die wachsende Bedrohung, die von ihr ausgeht.“ Zugleich betonte Dobrindt: „Mit Abstand die meisten Delikte wurden von rechten und rechtsextremen Tätern verübt, was wiederholt zeigt, dass die größte Gefahr aktuell vom Rechtsextremismus ausgeht.“

Rechtsextreme und rechtsmotivierte Straftaten bleiben der zahlenmäßig stärkste Bereich. Mit 42.544 registrierten Fällen entfallen auf diesen Phänomenbereich etwa die Hälfte aller erfassten Straftaten (2024: 42.788). Die Gewaltstraftaten im Bereich rechtsextrem stiegen um mehr als sieben Prozent.

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, identifizierte Soziale Medien als wesentliche Treiber: „Über sie werden Hass, Hetze und Propaganda verbreitet. Das beschleunigt Radikalisierungsprozesse und führt im schlimmsten Fall zu schweren Straftaten.“ Gleichzeitig, so Münch, verschärfe sich die Bedrohung von außen durch Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und staatsterroristische Aktivitäten.

Hasskriminalität

Hasskriminalität – Straftaten, die durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert sind – bleiben auf hohem Niveau. Mit 22.159 Fällen lag die Zahl leicht über dem Vorjahr (2024: 21.773). Etwa ein Drittel dieser Straftaten wurde im Internet begangen.

Fremdenfeindliche Straftaten blieben konstant hoch bei 19.484 Fällen (2024: 19.481). Von diesen wurden 73,7 Prozent dem Bereich rechtsmotivierter Kriminalität zugeordnet. Antisemitische Straftaten stiegen um fünf Prozent auf 6.548 Fälle. Fast die Hälfte dieser Taten (47,2 Prozent) steht nach Angaben der Behörden im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.

Besonders stark gestiegen sind frauenfeindliche Straftaten: Mit einem Plus von 46,8 Prozent auf 819 Fälle erreichen gegen Frauen gerichtete Straftaten einen neuen Höchstwert (2024: 558). Queerfeindliche Straftaten nahmen ebenfalls zu: um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle. Damit setzt sich der Anstieg der Hasskriminalität gegen Angehörige der LSBTQIA+-Gemeinschaft fort, der in den vergangenen Jahren zu beobachten war.

Anschläge auf Amtsträger und Polizei

Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger blieben mit 5.797 Fällen trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau (2024: 6.059). Das Bundeskriminalamt warnt, dass Anfeindungen gegen Amtsträger kein Randphänomen sind und von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.

Die Zahl der Straftaten gegen die Polizei stieg um 4,7 Prozent auf 5.144 Fälle. Etwa ein Drittel dieser Delikte wird dem Bereich linksmotivierter Kriminalität zugerechnet. Bei den Gewalttaten gegen Polizisten zeigt sich ein deutlicher Anstieg auf 535 Fälle – das entspricht einem Plus von rund 45 Prozent im Bereich linksmotivierter Gewalt.

Quelle: Pressemitteilung des Bundeskriminalamts vom 9. Juni 2026. Original beim Bundeskriminalamt.

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