Die Bremer Polizei hat am Samstagabend ein über soziale Medien angekündigtes Treffen der Raser- und Poserszene begleitet und größere Kolonnenfahrten erfolgreich verhindert. Der Einsatz in Bremen-Obervieland-Industriehäfen verlief ohne nennenswerte Störungen, endete aber mit harten Konsequenzen für Raser: Bei einer anschließenden Verkehrskontrolle führten mehrere Tempoverstöße zu mindestens acht Fahrverboten.
Gegen 20.30 Uhr sammelten sich szenetypische Fahrzeuge auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in Habenhausen. Die Marktleitung duldete das Treffen. Innerhalb einer guten Stunde wuchs die Ansammlung auf rund 180 Fahrzeuge und etwa 300 Personen an. Die Polizei war mit uniformierten sowie zivilen Einsatzkräften vor Ort und hatte sich im Vorfeld auf den angekündigten Event eingestellt.
Um die geplanten Kolonnenfahrten zu unterbinden, besetzten Einsatzkräfte die Ausfahrten des Geländes. Die Wagen wurden anschließend kontrolliert und in kleinen Gruppen vom Parkplatz geleitet. Gegen 23.15 Uhr verlagerten sich rund 100 Fahrzeuge und etwa 200 Menschen auf den Parkplatz eines Einkaufszentrums an der AG-Weser-Straße in Gröpelingen. Nach einer polizeilichen Ansprache verließen alle Anwesenden das Gelände, da der Marktbetreiber die Ansammlung nicht erlaubte.
Im weiteren Verlauf bis etwa 3 Uhr morgens am Sonntag besuchten die Fahrzeugführer in Gruppen von jeweils zehn bis 15 Autos verschiedene Tankstellen im näheren Bereich sowie in der Carl-Benz-Straße. Diese Aufenthalte wurden von den jeweiligen Betreibern genehmigt.
Der Gesamteinsatz verlief störungsfrei. Größere Verkehrsbehinderungen traten nicht auf, und die Polizei musste während des Treffens nur wenige Verstöße ahnden.
Deutlich schärfer fiel die Bilanz bei der anschließenden Verkehrskontrolle aus: Die Bremer Verkehrsspezialisten richteten eine Kontrollstelle in der Bremerhavener Straße in Walle ein. Dort wurden Geschwindigkeiten zwischen 86 bis 111 Kilometer pro Stunde gemessen – bei erlaubten 50 Kilometern pro Stunde. Acht Fahrer erwartet jeweils mindestens ein Fahrverbot von mehreren Monaten sowie empfindliche Bußgelder. Ein 21-jähriger Fahranfänger fiel zusätzlich auf, weil er seinen hochmotorisierten Mercedes-Sportwagen mit extremem Beschleunigen betrieb und damit erhebliche Lärmbelästigung verursachte – auch dies wurde geahndet.
Die Polizei Bremen kündigte an, auch künftig konsequent gegen verbotene Kraftfahrzeugrennen, gefährliche Fahrmanöver sowie unnötigen Lärm und Kolonnenfahrten vorgehen zu wollen.
